Gesichter des Unternehmensverbundes
Mit Autopilot zur Arbeit
Die Mitarbeitenden des Unternehmensverbundes Stadtwerke Schwedt geben jeden Tag ihr Bestes – im Team, im Projekt und mit Blick auf den Kunden. Doch was passiert, wenn der Arbeitstag endet? In loser Folge stellen wir die Hobbys und Leidenschaften der Kollegen vor.

Jan Bovermin als „Pilot“ im Cockpit einer realen Lufthansa-Maschine: Die Uniform hat er sich aber nur digital übergezogen.
Fotos (4): Jan Bovermin
Wenn Jan Bovermin morgens bei den Stadtwerken Schwedt seinen Arbeitstag beginnt, ist „sein“ Airbus A 380 schon auf Reiseflughöhe. Während er sich als Facility Manager um Haustechnik, Außenanlagen, Türen, Fenster oder kleinere Elektroarbeiten kümmert, hält der Autopilot Kurs – bis er nach Feierabend wieder als virtueller Pilot übernimmt. Dann setzt sich Jan Bovermin zu Hause an seinen Flugsimulator, um den Langstreckenflieger sicher zu landen.
Seit 2019 arbeitet der gelernte Elektriker bei den Stadtwerken. Im Facility Management bei der Infra Schwedt sorgt er dafür, dass rund um Gebäude und Technik alles reibungslos funktioniert. Eine Aufgabe, die Organisationstalent, technisches Verständnis und einen Blick fürs Ganze verlangt – Eigenschaften, die auch sein außergewöhnliches Hobby prägen.
Die Fliegerei begleitet ihn schon eine ganze Weile
Vor mehr als 20 Jahren entdeckte er Flugsimulatoren-Spiele für sich, seit 2012 fliegt er online für die virtuelle Airline „Star Aviation“ – egal ob in der einsitzigen Cessna oder dem großen Langstreckenflieger. Dort hat er längst den Rang eines „Senior Commercial Flight Captain“ erreicht und gehört als einer von drei CEOs zur Führungsebene. Sein Spezialgebiet: alles rund um die Flugzeugflotte – von Anschaffung, Wartung bis hin zur Organisation und den Finanzen der virtuellen Airline.
Besonders fasziniert ihn die Technik. „Ein Flugzeug zu fliegen ist das eine“, sagt er. „Aber was alles passieren muss, bevor es überhaupt abheben kann, begeistert mich immer wieder.“ Vom Programmieren der Systeme über die Flugplanung bis zum Start ist jeder Flug ein komplexes Zusammenspiel aus Technik und Präzision.
Am liebsten ist Jan Bovermin auf der Mittelstrecke unterwegs, etwa nach Barcelona. Die Landung direkt am Meer fasziniert. Seine Lieblingsflugroute am heimischen PC ist aber Dubai, mit dem Airbus A 380. Die Größe, die Technik und die Eleganz dieses Giganten mit Platz für 740 Passagiere beeindrucken ihn immer wieder aufs Neue. Mehr als 2.300 Flüge und rund 6.000 virtuelle Flugstunden hat er inzwischen absolviert – mit einer beeindruckenden Erfolgsquote von 99,7 Prozent. Keine Bruchlandung, „ich bin höchstens mal am falschen Flughafen gelandet“, schmunzelt er.
Auch im „realen“ Leben ist Jan Bovermin gern in der Luft unterwegs. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, reist er mit dem Flugzeug in den Urlaub – und nutzt dabei gern die Chance, einen Blick ins Cockpit zu werfen. Besonders gefreut hat er sich über ein Geschenk seiner Kolleginnen und Kollegen zu seinem 60. Geburtstag: einen Rundflug, den er schon bald einlösen wird.
Zur virtuellen Airline „Star Aviation“ kam er übrigens durch seinen Sohn. Inzwischen teilt auch sein Enkel Endrew die Leidenschaft des Fliegens mit dem Flugsimulator und absolviert zusätzlich eine Ausbildung zum virtuellen Fluglotsen.
Für Jan Bovermin ist das Fliegen vor allem eines: der perfekte Ausgleich zum Arbeitsalltag.



