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Gesichter des Unternehmensverbundes

Fest verankert: Seit 25 Jahren Hafenmeisterin

Der Schwedter Hafen feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit einem Vierteljahrhundert steht er für logistisches Knowhow und beste Verbindungen für den Gütertransport. Für Christine Lang ist der Hafen seit seinen Anfängen Arbeitsplatz und Leidenschaft zugleich.

Ihr Weg in den Hafen beginnt mit einem Sprung ins kalte Wasser. Christine Lang hat Bürokauffrau gelernt, Betriebswirtschaft studiert und dann bei der Abfallwirtschaftsunion angefangen. Genau in dieser Zeit wird in Schwedt ein Industriehafen gebaut. Und der braucht einen Chef – oder eben eine Chefin. „Einen Hafen hatte ich bis dahin nur von Urlauben gekannt“, erzählt Christine Lang. „Mich reizte aber die Aufgabe, ein neues Unternehmen mit aufzubauen.“ Und so zögert die damals gerade 23-Jährige nicht. Seit Oktober 2001 hält sie als Hafenmeisterin das Ruder fest in der Hand und wechselte 2005 zum Unternehmensverbund Stadtwerke Schwedt, der seitdem den Schwedter Hafen betreibt. Zusammen mit ihren vier Jungs wuppt sie das tägliche Hafengeschäft.

Christine Lang koordiniert bis heute gerne die Abläufe am Schwedter Hafen.
Fotos (2): SPREE-PR/Krone

350.000 Tonnen in Bewegung

In ihrem Büro läuft der Funk heiß, das Telefon steht selten still. Ankommende Schiffe melden sich an, LKWs müssen koordiniert werden. Mit der Mannschaft tüftelt sie an den Abläufen, verhandelt mit Logistikern und tippt am Ende die Abrechnungen. Bis zu 400 Schiffe machen pro Jahr in Schwedt fest. Die einen bringen Dünger, Steine, Kies und Baustoffe, andere bunkern Getreide aus der Uckermark, um es ins Ruhrgebiet oder zu den großen Ölmühlen nach Berlin und Hamburg zu schippern. Rund 350.000 Tonnen werden im Hafen Jahr für Jahr bewegt. Tendenz steigend.

Jonglieren die Frachten: Kranfahrer Mirko Franz und Marco Uhliar.

Millimeterarbeit für Gänsehaut-Momente

„Ich weiß morgens nicht, was der Tag mir bringt“, schwärmt die Hafenmeisterin. „Manchmal verspäten sich Frachter, LKWs stehen im Stau, das Wetter schlägt Kapriolen. Dann heißt es: schnell umplanen, manchmal auch länger bleiben.“ Eine der spannendsten Frachten ist die Lieferung eines 500 Tonnen schweren Transformators für das PCK Schwedt. „Dafür wird extra ein spezieller Schwerlastkran an mehreren Tagen aufgebaut. Der hievt die monströsen Teile gemeinsam mit unserem Portaldrehkran millimetergenau auf die Schwerlasttransporter. Wenn die Kolonne von 30 bis 40 Fahrzeugen nach anderthalb Stunden vom Gelände rollt, bekomme ich Gänsehaut.“

Am Hafen wird es nie still

Gerade siedelt sich die Firma STORK Umweltdienste auf dem Hafengelände an, die Hausmüllverbrennungsasche aufbereitet. Demnächst soll ein Industriegleis verlegt werden, damit Ware direkt auf Güterzüge verladen werden kann. „Neue Herausforderungen“, freut sich Christine Lang. „Es wird nie langweilig bei uns!“