Acht Mädchen tüfteln, bauen und programmieren
Lötzinn statt Sonnencreme
Vom 13. bis 17. Juli haben acht Schülerinnen am Technikstützpunkt der Gesamtschule Talsand in Schwedt/Oder konstruiert, gelötet und programmiert. Am Ende halten sie ihren eigenen Roboter-Käfer in den Händen. Ein einzigartiges Projekt in Brandenburg.

Stolz auf ihre Roboter-Käfer: Emma, Xenia Victoria und Henriette. Sven Ketel ist Initiator des Technik-Sommercamps.
Foto: SPREE-PR/Krone
Emmas (13) Eltern brachten das Infoblatt von einer Elternversammlung mit und meinten: „Wäre das nicht etwas für dich?“ Xenia Victoria (13) wurde von ihrem Naturwissenschaftslehrer ermutigt: „Du interessierst dich für Physik, probiere das doch mal aus.“ Und so reisen acht Mädchen aus ganz Brandenburg nach Schwedt, um eine Woche lang zu tüfteln.
Ein Wolf aus dem Drucker
Vom ersten Tag an sind die Mädchen begeistert. Sie löten eine Mini-Musik-Band aus Drähten, lassen Luftraketen fliegen und dürfen den 3D-Drucker ausprobieren. Henriette (12) schwärmt: „Ich habe vor allem Tiere gedruckt, wie diesen Wolf.“ Als sie die Grundtechniken beherrschen, wagen sie sich an das Meisterstück: Karl, einen Roboter-Käfer 4.0.
Karl, der Roboter-Käfer
Die Körper drucken die Mädchen mit den 3D-Druckern in grün, blau oder rot. In die Bäuche löten sie Platinen, Batteriefach und Gehäuse. Dann wird jeder Käfer programmiert, lässt sich per Handy steuern. Emma schmunzelt: „Ich werde Papa mit meinem Käfer so richtig nerven.“
Doch nicht alles klappt auf Anhieb. „Mein Käfer hatte einen Kurzschluss“, erzählt Xenia Victoria traurig. „Als ich ihn anschaltete, qualmte er und dann war alles aus“
Erfolgsmodell mit Zukunft
Organisiert und betreut hat das einzigartige Camp der Verein Jugend trifft Technik e.V., langjähriger Kooperationspartner der Stadtwerke Schwedt und finanziert mit Mitteln des Vereins Deutscher Ingenieure sowie des Brandenburger Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. „Wir wollen Talente fördern, die Freude an Technik wecken und vor allem Mädchen zeigen, dass Physik, Chemie und Mathe eine Zukunft für sie sein können“, sagt Sven Ketel, Lehrer und Initiator des Camps. In der zweiten Ferienwoche tüftelten noch einmal zehn Jungen und Mädchen am Technikstützpunkt. Sven Ketel tröstet Xenia Victoria: „Dein Käfer bekommt ein neues Innenleben!“ Auf die Frage, ob sie 2027 wieder mit dabei sind, antworten die Schülerinnen wie aus einem Mund: „Auf jeden Fall!“
