Der Spezialist für PV: Solarteur
Ein Platz an der Sonne
Dem Himmel ein Stück näher mit bester Aussicht über die Landschaft – so könnte der Arbeitstag eines Solarteurs oder Photovoltaik-Installateurs aussehen. Aber ganz so romantisch ist es nicht, obwohl ein Teil der Tätigkeiten im Freien stattfindet. Der Rest besteht aus Besprechungen, Vorort-Begehungen, Berechnungen, Planung, Prüfung, Installation, Wartung.

Eine beeindruckende Aussicht über die Neißestadt Guben. Ganz so hoch kommen Solarteure nicht, wenn sie auf den Dächern Photovoltaikanlagen installieren. Schwindelfrei sollten sie aber dennoch sein und Interesse für Technik mitbringen.
Fotos (4): SPREE-PR/ Petsch
Solarteur ist kein klassischer Ausbildungsberuf, sondern eher die Beschreibung der Tätigkeit. So erklärt es Veronika Martin vom Bereich Pressearbeit der Handwerkskammer Cottbus.
Sicherheit durch Kompetenz
Häufig sind es Anlagenmechatroniker, Monteure, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder Dachdecker, die sich zum Solarteur weiterbilden. Als Fachleute rund ums Thema erneuerbare Energietechnik können sie Photovoltaikanlagen planen, errichten, in Betrieb nehmen und warten. So wie Steffen Hube, der gemeinsam mit Jana Böhm die Geschäftsführung der Firma Elektro-Service Weiche in Guben innehat. „Wir sind eine typische Elektrofirma mit 15 Mitarbeitern, von denen sich einige auch auf Solaranlagen spezialisiert haben“, sagt Steffen Hube.
Grundsätzlich könnte jeder eine Photovoltaikanlage kaufen und auf dem Garagen- oder Hausdach montieren. „Davon raten wir aber ab, wenn keine Vorkenntnisse vorhanden sind“, warnt Steffen Hube. „Das Planen erfordert Fachkompetenz, damit alle Vorschriften eingehalten werden und die Anlage bedarfsgerecht funktioniert. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, den professionellen Rat von Fachleuten zu suchen, die sich berufsmäßig damit auskennen.“ Spätestens wenn die Solaranlage ans Netz gehen soll, muss ein zugelassener Installateur den Anschluss an das Hausstromnetz und an das öffentliche Stromnetz sowie die Anmeldung beim Netzbetreiber in die Hand nehmen.
Durch die aktuelle politische Verunsicherung bei der staatlichen Investitionsförderung überlegen Hausbesitzer, ob sich eine PV-Anlagen-Anschaffung überhaupt noch lohnt.

Jana Böhm und Steffen Hube sind die Geschäftsführer der Firma Elektro-Service Weiche GmbH in Guben. Die Beratung, Planung, Installation und Betreuung von Solaranlagen gehört zu ihrem Leistungsspektrum.

Das Wohnhaus im Birkenweg wird vorbereitet: Die Rüstung steht, nun wird die Unterkonstruktion installiert, dann folgen die Solarmodule.
Kleine Anlage zahlt sich aus
Das würde sie auf jeden Fall, bekräftigt Jana Böhm. Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenstrahlen in elektrischen Strom um, was die Kunden unabhängiger von schwankenden Energiepreisen macht. Gleichzeitig leisten sie einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz. Kleine Anlagen empfehlen sich bereits ab einem Stromverbrauch von 2.000 kWh/Jahr bzw. einem Zwei-Personen-Haushalt. Für sechs Solarmodule wird eine Dachfläche von ca. 12 m² benötigt. Auch bei einer Ost-West-Ausrichtung produzieren die Anlagen genug Strom für den Eigenbedarf. „Bei modernen Modulen spielt die ideale Ausrichtung keine so große Rolle mehr. Jeder Hausbesitzer kann somit die Stromkosten beeinflussen und sich unabhängiger vom Strompreis machen.“
Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollten angehende Solarteure mitbringen? Steffen Hube und Jana Böhm sind sich einig: „Eine abgeschlossene Berufsausbildung – z. B. als Anlagenmechaniker, Dachdecker oder Elektroinstallateur – ist eine solide Grundlage, die durch Fort- oder Weiterbildungen ergänzt wird.“ Das bekräftigt Veronika Martin von der Handwerkskammer Cottbus. „Mit einer abgeschlossenen technischen Berufsausbildung, einem Meistertitel oder einem Studienabschluss in Umweltingenieurwesen, Solartechnik oder Energie und Umwelt sind zukünftige Fachleute für Solarenergie gut gewappnet für die Weiterbildung“, sagt sie. Außerdem müssten sie höhentauglich sein und sollten nicht vor körperlicher Arbeit zurückschrecken. Handwerkliches Geschick, lösungsorientiertes Arbeiten und technisches Verständnis sind ebenso unverzichtbar wie die Bereitschaft zur Weiterentwicklung und Teamfähigkeit.
Die Aufgaben eines Solarteurs sind vielfältig: Beschaffung der Anlage, Sicherheitsvorkehrungen, Beratung, Bestandsaufnahme, Berechnung der Anlagengröße, Entwicklung des Angebotes, Beschaffung der Anlage, optimale Positionierung und Installation, Begleitung beim Genehmigungsprozess, Anmeldung beim Netzbetreiber und Anschluss ans Netz.

In unmittelbarer Nachbarschaft wurden die Solarmodule bereits auf dem Wohngebäude der
Gubener Wohnungsbaugenossenschaft eG installiert.
Nah am Himmel
Übrigens ist auch der Anschluss in der dunkleren Jahreszeit nicht ausgeschlossen. Steffen Hube: „Nur bei Sturm, Glatteis, Dauerregen oder Gewitter gehen wir nicht aufs Dach.“ Bei leichtem Nieselregen schon. „Aber die Arbeit nah am Himmel, die Aussicht und das Wissen um eine sinnvolle Tätigkeit sind es absolut wert.“
Kontakt
Elektro-Service Weiche GmbH, Forster Str. 48,
03172 Guben,
Tel. 03561 430400,
www.elektro-weiche.de
Handwerkskammer Cottbus: Altmarkt 17, 03046 Cottbus,
Zentrale: 0355 7835-444,
www.hwk-cottbus.de