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Von Baumwipfeln bis zu den Wolken

Das Land und die Natur von oben begucken und bestaunen – wem so etwas vorschwebt, den zieht es vielleicht eher in die Berge. Aber auch im flachen Brandenburg ist das möglich, denn überraschende Perspektiven auf das weite Land bieten sich von ungewöhnlichen und spektakulären Punkten.

Einen imposanten Blick über Niederfinow bietet sich den Besuchern auf der Aussichtsplattform des rund 55 Meter hohen neuen Schiffshebewerks. Daneben das historische Schiffshebewerk.
Foto: Torsten Stapel

Baumwipfelpfade und spektakuläre Ausblicke

Ein echtes Highlight für Naturreisende ist der Baumwipfelpfad „Baum & Zeit“ in den Beelitz-Heilstätten. Der Pfad führt bis auf 23 Meter Höhe direkt über die geschichtsträchtigen Ruinen der ehemaligen Heilstätten hinweg. Wer noch höher hinaus will, erklimmt den dortigen Aussichtsturm. Aus rund 40 Metern Höhe bietet sich bei gutem Wetter ein grandioser Fernblick bis nach Berlin. Wer lieber über weite Gewässer schaut, steuert den 31 Meter hohen Aussichtsturm Merzdorf oder den Skywalk Willmersdorf an. Beide bieten einen beeindruckenden Panoramablick auf den Cottbuser Ostsee und die gewaltigen Ausmaße der ehemaligen Tagebaulandschaft.

Für klassische Naturpanoramen lohnen sich zudem der Aussichtsturm Wietkiekenberg mit Blick über die Havelseen sowie der Aussichtsturm Wehlaberg mitten im herrlich waldreichen Unterspreewald. Weitere tolle Panoramen garantieren die Türme auf dem Löwendorfer Berg, dem Götzer Berg oder in den Rauener Bergen.

Der Baumwipfelpfad „Baum & Zeit“ in den Beelitz-Heilstätten führt bis in 23 Meter Höhe und ist ein echtes, kleines Abenteuer-Highlight für Wanderer, die die Natur lieben.
Foto: SPREE-PR/Archiv

Romantik und Industriekultur in luftiger Höhe

Ein besonderes Juwel im Havelland ist der neugotische Bismarckturm in Ra-thenow. Gelegen auf dem idyllischen Weinberg, ragt das geschichtsträchtige Wahrzeichen 34 Meter in die Höhe. Nach dem Aufstieg über die steinernen Wendeltreppen in den Seitenpfeilern erreicht man einen Umgang, der einem das märkische Land zu Füßen legt. Das ehemalige „Bismarckzimmer“ dient heute sogar als Außenstelle des Standesamtes. Hier können Paare nach 90 Stufen im „siebten Himmel“ den Bund fürs Leben schließen.

Wer sich für gigantische Ingenieurskunst begeistert, sollte nach Niederfinow reisen. Hier steht mit dem historischen Schiffshebewerk (rund 60 Meter hoch) und dem neuen Hebewerk (rund 55 Meter hoch) das höchste von Menschenhand geschaffene Wasserbauwerk der Region. Von den Aussichtsplattformen lässt sich bestaunen, wie riesige Schiffe in einem wassergefüllten Trog wie in einem Fahrstuhl geräuschlos 36 Meter Höhenunterschied überwinden. Ein absolutes technisches Meisterwerk, das jährlich eine halbe Million Besucher anlockt. Am schönsten ist das Erlebnis natürlich für die Bootsfahrer, die samt ihrer Wasserfahrzeuge auf die obere Kanalebene transportiert werden.

Kirchtürme und Holzriesen

Für alle, die den höchsten begehbaren Kirchturm Brandenburgs bezwingen wollen, bietet sich die St.-Moritz-Kirche in Mittenwalde an. Der Turm misst stolze 67 Meter. Wer die rund 200 Stufen sportlich nimmt und an den historischen Kirchenglocken vorbei nach oben steigt, wird auf der Aussichtsplattform in 50 Metern Höhe mit einem fantastischen Rundumblick belohnt.

Ein weiterer hölzerner Superlativ ist der Aussichtsturm Blumenthal: Mit seinen 44,65 Metern ist er der höchste frei zugängliche Holzaussichtsturm unseres Bundeslandes. Und wem das alles nicht hoch genug ist, dem sei ein Fallschirm-Tandemsprung empfohlen, zum Beispiel in Fehrbellin oder Gransee. Nur ist das vermutlich nicht jedermanns Ding. Dann vielleicht ein Mitflug mit einem alten Doppeldecker bei den jährlichen Oldtimer-Flugtagen auf dem Flugplatz Bienenfarm im Havelland.

Blick zu den Sternen

Foto: bldam-Brandenburg

Der 1892/93 errichtete Helmertturm auf dem Potsdamer Telegrafenberg war über Jahrzehnte ein bedeutender Standort für geodätische Vermessungen und markierte den Nullpunkt der preußisch-deutschen Landvermessung. Seit 2023 werden der denkmalgeschützte Turm und die benachbarten Gebäude umfassend saniert. Künftig soll der Helmertturm wieder für die Satellitenbeobachtung genutzt werden und erhält dafür eine neue Kuppel. Bei einer Ortsbesichtigung, Fachstatements und einer anschließenden Diskussion am 9. September informieren Experten über die laufende Sanierung des historischen Bauwerks und seine künftige Nutzung. Die Veranstaltung „Ortsgespräch” findet von 16 bis 18 Uhr auf dem Telegrafenberg statt.