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Seit 35 Jahren dabei

Spannend war es jeden Tag

Diethard Heinze, Technischer Leiter und Prokurist der Stadtwerke Forst, schaut auf sein spannendes Arbeitsleben zurück.

Das Geschäftsgebäude am Wasserwerk von 1903.
Foto: Archiv Stadtwerke Forst

Es ist das Jahr 1990. Wie überall in den neuen Bundesländern herrscht auch in Forst Aufbruchstimmung. Zu dieser Zeit fassen die Stadtverordneten einen mutigen Entschluss: In Forst soll es wieder Stadtwerke geben. Die Tradition reicht in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts zurück. Schon damals versorgen städtische Werke die Tuchmacherstadt mit Wasser, Strom und Dampf für die Maschinen.

Der Krimi gegen die Treuhand

An diesen Erfolg wollen die Stadtverordneten nach der Wende anknüpfen. Die Stadt soll wieder die Verantwortung für Strom, Gas, Wasser und Fernwärme übernehmen. Bereits im Dezember 1990 wird Klaus-Dieter Krahl als Dezernatsleiter eingestellt. Kurz darauf kommen ein weiterer Mitarbeiter und ich hinzu. Unsere Aufgabe: „Holt uns unser Eigentum zurück!“ Doch die Treuhandanstalt hat andere Pläne. Frisch gegründete Gesellschaften mit „erfahrenen“ Chefs übernehmen die Kontrolle über die ostdeutschen Netze. Das lässt sich Forst nicht gefallen. Gemeinsam mit mehr als 180 anderen Kommunen zieht die Stadt vor Gericht. Das Wunder geschieht: Die Kommunen gewinnen.

Zwischen Risiko und Neuanfang

In den nächsten Jahren starten die Stadtwerke durch. Wir übernehmen alle Versorgungsleistungen, bauen vieles neu auf und investieren stark. Fast alles müssen wir mit Krediten finanzieren. Das ist riskant, aber alternativlos. Besonders schwierig wird es, als 1998 das neue Energiewirtschaftsgesetz den Markt auf den Kopf stellt. Die Gaspreise steigen, die Stromerlöse brechen ein. In dieser Zeit kommen zusätzliche Kosten für den Betrieb der Schwimmhalle dazu – ein echter Geldfresser. Wir als junges Unternehmen haben keine Rücklagen, nur Verpflichtungen. Diese enormen Probleme bereiten uns viele schlaflose Nächte. Erst der Einstieg der GASAG im Jahr 2007 bringt die Wende. Wir als Stadtwerke müssen zwar Vertrieb und Netzbetrieb trennen, profitieren fortan aber von der Stärke des Konzerns.

Stark für die Zukunft

Wir haben uns immer wieder auf die Beine gestellt und neue Sparten wie die Photovoltaik vorangetrieben. Heute sind die Stadtwerke wirtschaftlich so stark wie noch nie. Ich habe als junger Mitarbeiter angefangen, bin bis heute geblieben. Das zeigt, wie eng mein eigener Weg mit der Entwicklung der Stadtwerke verbunden ist. Das Auf und Ab und die ständigen Veränderungen haben meine Arbeit so einzigartig und spannend gemacht.