Skip to main content

Expedition zu Armleuchtern und Hüpferlingen

Unterwegs mit dem Forschungsschiff Solar-Explorer

Expedition zu Armleuchtern und Hüpferlingen

Von Jana Krone, Redakteurin der SWZ

Lautlos gleitet der schnittige Katamaran über das Wasser des Werbellinsees. Es ist ein schwimmendes Labor, auf dem jedermann in die Tiefen des Eiszeitgewässers eintauchen kann.

Redakteurin Jana Krone staunt mit Enkelin Cleo was alles in einem Wassertropfen lebt.

Foto: SPREE-PR/Krone

„Da zappelt was“, jubelt die vierjährige Cleo. Neugierig schaut sie noch einmal durch das Mikroskop. Wenig später begutachtet Biologin Anne Wolf den 400-fach vergrößerten Wassertropfen. „Das ist ein Hüpferling“, erklärt sie. Anne Wolf von Kulturlandschaft Uckermark e. V. aus Angermünde leitet an diesem Freitag im August die Mini-Expedition mit dem Forschungsschiff Solar-Explorer.

Ein Katamaran ohne Segel

Das Forschungsschiff schippert seit 2012 über einen der schönsten und tiefsten Seen des UNESCO-Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Ein 18 Meter langer Katamaran, der nicht vom Wind in Segeln angetrieben wird, sondern von der Sonne, deren Energie von riesigen Photovoltaikzellen auf dem Dach und an den Seiten eingefangen wird. Das 14-Tonnen-schwere Schiff soll Lust aufs Forschen wecken. Unter dem Motto „Fische, Fernglas, Fotosynthese“ sticht es jedes Jahr zwischen Mai und Oktober bis zu 75-mal zu einem Abenteuer in See.

Mit einem Kescher wird im See gefischt.
Foto: SPREE-PR/Krone

Mitmachen, entdecken, staunen

Cleo lässt zuerst eine weiße Scheibe an einer langen Schnur mit Knoten ins Wasser. „Ich sehe sie nicht mehr“, ruft sie plötzlich. Fünf Knoten zählt sie. „Fünf Meter Sichttiefe, das ist super“, erklärt Expeditionsleiterin Anne. „Das Wasser im Werbellinsee ist sehr sauber.“ Doch was ist das? Im Boden des Keschers eines anderen Expeditionsteilnehmers schwimmt grüne Brühe.

„Das ist Plankton“, weiß ein Hobbyforscher. Einen Tropfen davon untersucht Cleo im Mikroskop und entdeckt Wasserflöhe, Schwebesternchen, Rädertierchen und die zappelnden Hüpferlinge. „Der See ist nicht nur großartig zum Baden, sondern auch ein wertvoller Lebensraum“, erzählt die Referentin für Umweltbildung. „Dieses Plankton ist Futter für Fische. Diese locken Eisvogel, Kranich und Haubentaucher an. Sogar der Seeadler nistet hier.“ Spontan greifen wir eins der bereitstehenden Ferngläser und suchen den See ab. Schade, an diesem Tag hält der Vogel mit den mehr als zwei Meter breiten Schwingen sich versteckt.

Cleo staunt: Das Wasser ist ja ganz grün.
Foto: SPREE-PR/Krone

Die Teilnehmer der Schnuppertour mikroskopieren.
Foto: SPREE-PR/Krone

Spannende Gruppenpakete

In der einstündigen Schnupperfahrt erleben wir nur einen kleinen Ausschnitt der möglichen Forschungsthemen an Bord. Mit Hilfe eines Krans am Heck könnten wir noch Boden- und Pflanzenproben einholen und analysieren. Vielleicht hätten wir eine der ganz seltenen Armleuchteralgen herausgefischt, die es im Werbellinsee noch gibt. Wir könnten uns die Solartechnik des Schiffs erklären und die Zusammenhänge von Biodiversität und menschlichem Handeln verdeutlichen lassen. „Wir bieten verschiedene Pakete für Kitakinder, Schüler, Studenten und Erwachsene an. Die Fahrten dauern dann 2,5 Stunden.“ Das Projekt „Fische, Fernglas, Fotosynthese“ der „Solar Explorer“ des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin ist so vielfältig und interessant, dass es sogar von einem Gremium der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde.

Nach einer Stunde legt der Katamaran wieder am Steg des Wassersportclubs Altenhof e.V. an. „Das war toll“, schwärmt die vierjährige Cleo und winkt zum Abschied Anne, der Expeditionsleiterin, zu.

Continue reading

Das ist (ja wohl) die Höhe!

Rätsel

Das ist (ja wohl) die Höhe!

Die durchschnittliche Höhe im Land Brandenburg beträgt 68 Meter. Die Mark überragt damit die Hauptstadt immerhin um ganze 21 Meter. Zu einem „Bergvolk“ macht sie das natürlich noch lange nicht.

Dennoch kann Brandenburg höchst interessante Rekorde vorweisen. Wir bringen Sie auf die Höhe kleiner Bestmarken im Land Brandenburg!
Beantworten Sie unsere Frage und gewinnen Sie attraktive Geldpreise:

2 x 20 Euro,
2 x 30 Euro.

Das ist wahre Größe! Der Kutschenberg bei Großkmehlen (Oberspreewald-Lausitz). Erst eine Höhenmessung im Jahr 2000 verlieh ihm den Titel zum „höchsten Berg Brandenburgs“. Dafür reichten seine 201 Meter aus. Und das, obwohl die Heidehöhe in Gröden (Elbe-Elster) ganze 40 Zentimeter höher in den Himmel ragt. Sie zählt aber streng genommen zum Heidegipfel – und der befindet sich nun mal in Sachsen.

Seit 2011 steht auf dem Gipfel eine Granit-Stele, welche die Höhe ausweist.

Foto: Wikimedia Commons/Stefan Kühn (CC BY-SA 4.0)

Wer den Kutschenberg „erklimmen“ will, startet am besten den Rundweg in Großkmehlen. Auf 175 Metern Höhe steht sogar eine Skihütte, die von den Skifreunden der DDR-Zeit bis 2009 für Winterveranstaltungen genutzt wurde. Der letzte Anstieg von hier ist ziemlich steil. Schließlich gelangt man auf 201 Metern zu einer kleinen Stele, in der Brandenburgs Gipfelrekord im wahrsten Sinne des Wortes in Granit gemeißelt ist: „KUTSCHENBERG 201 m ü. NHN“.

  • Schicken Sie die Antwort bis zum 29. September 2025 an:

    SPREE-PR
    Kennwort: Berg

    Zehdenicker Str. 21
    10119 Berlin
    oder per Mail an:
    swz@spree-pr.com

    Viel Glück!

    Die Gewinner des Sommerrätsels

    Genau 240 Zuschriften mit dem richtigen Lösungswort „Fünfhundertelf“ haben uns erreicht. Gewonnen haben je 50 Euro I. Schmidt aus Perleberg, M. Nehlen aus Premnitz, I. Bogner aus Zehdenick; je 30 Euro A. Jahnke aus Luckau, I. Gehlen aus Forst; je 20 Euro S. Böse aus Schwedt/O. und I. Jahn aus Guben.

    Herzlichen Glückwunsch!

    Continue reading

    Was hat sich schon bewegt?

    Energiepolitik im Wandel

    Was hat sich schon bewegt?

    Die neue Bundesregierung ist nun über 100 Tage im Amt. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag über zwei Dutzend Energievorhaben vereinbart – aber was davon wurde schon umgesetzt? Und was ist in der Pipeline?

    Der Status der wichtigsten Energievorhaben der Bundesregierung. In der Tabelle: Grün – Vorhaben wurde final beschlossen. Gelb – Entwurf wurde innerhalb der Regierung beschlossen. Rot – Anfangsphase, es liegt noch kein Entwurf der Regierung vor.

    Grafik: SPREE-PR/Uftring

    Senkung Strompreise

    Das war das größte Versprechen im Koalitionsvertrag. Die Rede war von einer Strompreisentlastung von mindestens 5 Cent pro kWh durch Stromsteuersenkung und Umlagenkürzung. Inzwischen wurde die angekündigte Steuer-Senkung für Haushalte aber gestrichen – sie bleibt nur für Industrie in Aussicht. Die Strompreise für Haushalte sollen rein über einen Zuschuss zu den Netzentgelten über das bisherige Maß hinaus sinken, das geht aus dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2026 hervor, der nach der Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden soll. Für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) bleiben diese „Entlastungen hinter den Erwartungen zurück“. BDEW-Chefin Kerstin Andreae: „Insbesondere die seit Jahren vom BDEW geforderte Reduzierung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß für alle lässt weiter auf sich warten.“ Dabei sind günstige Strompreise ein wichtiger Hebel für die Energiewende und für mehr private Investitionen: Wärmepumpen lohnen sich um so mehr bei niedrigen Stromkosten und auch der Umstieg auf E-Fahrzeuge wird attraktiver, wenn der Strompreis sinkt.“

    Und auch die Zeit drängt: Denn Stromversorger und Netzbetreiber, die die Zuschüsse in ihre Entgelte einpreisen und so Entlastungen an die Stromkunden weitergeben, müssen ihre Netzentgelte bis zum 15. Oktober veröffentlichen. „Auch die Energieversorger haben feste Fristen für die Einbeziehung der Entlastung in die Energiepreise”, mahnt Kerstin Andreae. Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) forderte ebenso rasches Handeln: „Damit die Entlastung planmäßig erfolgen kann, müssen die erforderlichen gesetzlichen Beschlüsse im September gefasst werden.” Die Bundesregierung will, dass die Energieentlastungen ab 1. Januar 2026 greifen. Bundestag und Bundesrat müssen aber noch zustimmen.

    Entlastung Gaskunden

    Gaskunden sollen ab 1. Januar 2026 spürbar entlastet werden, beschloss das Bundeskabinett am 6. August. Künftig soll die Gasspeicherumlage entfallen, die 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eingeführt wurde. Die Umlage soll künftig vom Bund übernommen werden – für einen 4-Personen-Haushalt bedeutet das eine Ersparnis von bis zu 60 Euro im Jahr. Der entsprechende Gesetzentwurf zur Abschaffung der Gasspeicherumlage geht jetzt in das parlamentarische Verfahren.

    Ausbau Erneuerbarer Energie

    Erledigt ist das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED III). Es wurde am 11. Juli 2025 vom Bundesrat gebilligt. Damit wächst Planungssicherheit, die Bebauung von Windflächen wird beschleunigt. Stadtwerke können leichter in Projekte investieren. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte daher die Zustimmung des Bundesrats. Das Gesetz bringe wichtige Verbesserungen für Stadtwerke, die in Windenergie, erneuerbare Wärme und Geothermie investieren. „Kommunale Unternehmen brauchen schnelle und verlässliche Genehmigungen, um ihre Projekte zügig umsetzen zu können“, so VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

    Gebäudeenergiegesetz (GEG)

    Union und SPD wollen das sogenannte Heizungsgesetz durch ein technologieoffeneres Gebäudeenergiegesetz ersetzen. Ziel: flexiblere Regeln zur Nutzung erneuerbarer Wärme und längere Umsetzungsfristen. Ein entsprechender Entwurf soll noch vor Herbst ins Kabinett, das Gebäudeenergiegesetz bis Ende 2025 reformiert sein.

    Fazit:

    Das für Energievorhaben zuständige Bundeswirtschaftsministerium um Ministerin Katherina Reiche hat in der parlamentarischen Sommerpause kaum Zeit verloren – so konnte sich das Bundeskabinett mehrmals im Juli und August mit weiteren Energievorhaben befassen und Beschlüsse verabschieden. Darunter z. Bsp. Geothermie-Beschleunigungsgesetz, EnWG-Novelle, Energy Sharing, Messstellenbetriebsgesetz. Es wird also ein heißer Herbst im Parlament.

    Zwei starke Stimmen für Brandenburg

    • Katherina Reiche

      Bundeswirtschaftsministerin

      Am 6. Mai 2025 wurde die Brandenburger CDU-Politikerin Katherina Reiche zur Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ernannt. Sie hat Tempo vorgelegt. Ihre To-do-Liste ist lang: Reform des Gebäudeenergiegesetzes, Ausbau von Geothermie, Wind- und Solarkraft… Katharina Reiche stammt aus Luckenwalde, ist gut vernetzt in Politik und Wirtschaft. Sie war Bundestagsabgeordnete, Staatssekretärin und Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Zudem leitete sie den Energieversorger Westenergie. Diese Erfahrung wurde in der Branche als Vorteil angesehen, da sie die Herausforderungen der Stadtwerke kennt und kein Neuland betritt.

      Foto: BMWE/Chaperon

    • Dirk Sasson

      Landesgruppenchef des BDEW

      Er ist die neue starke Stimme für die Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin und Brandenburg: Der Geschäftsführer des Unternehmensverbundes Stadtwerke Schwedt wurde Mitte Mai zum Vorsitzenden der BDEW Landesgruppe Berlin-Brandenburg gewählt. Mit diesem Mandat wird er künftig auch im Bundesvorstand des BDEW mitwirken. Der BDEW bringt die Anliegen der Energie- und Wasserwirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit ein – auf Landes- und Bundesebene sowie in Europa. Mit über 1.900 Mitgliedsunternehmen spricht der BDEW für einen großen Teil der Versorgungswirtschaft in Deutschland.

      Foto: Stadtwerke Schwedt

    Continue reading

    Glühwürmchen im Glas


    Illustration: SPREE-PR

    Bastelspaẞ

    Glühwürmchen im Glas

    Meist ab Mitte oder Ende Juni schwärmen wieder die kleinen Glühwürmchen aus und „schalten“ in lauen Sommernächten etwa ab 22 Uhr ihr grünlich-gelbes Licht an, um auf Partnersuche zu gehen. So locken sich Weibchen und flugfähige Männchen gegenseitig an. Ihr liegt nachts vergeblich auf der Lauer für das besondere Naturschauspiel? Wir basteln uns einfach ein Glas voller Glühwürmchen!

    • Das brauchst du:

      • ein Glas, z. B. Gurkenglas (720 ml) mit Schraubverschluss
      • fluoreszierende, also selbstleuchtende Modelliermasse aus dem Bastelladen
      • weißes Garn, Nähnadel
      • Klebstoff/Klebeband
      • Schere/Pinzette
    • Viele kleine Kügelchen aus selbstleuchtender Modelliermasse werden aufgefädelt.
      Foto: SPREE-PR/Friedel

    • So geht’s:

      Aus der selbstleuchtenden Modelliermasse 2 bis 4  mm große Kügelchen formen – später eure “Glühwürmchen”. Ihr braucht etwa 120 Kügelchen – je zehn davon werden auf einen etwa 15 cm langen Faden aufgefädelt und festgedrückt. Diese „Leuchtfäden“ – eure „Glühwürmchen“ – werden nun am Deckelrand mit Klebeband festgeklebt. Die restlichen Kügelchen am Rand und Boden vom Glas mit Klebstoff festkleben, bevor ihr das Glas vorsichtig mit den hängenden „Glühwürmchen” verschließt.

      Bei Nacht gibt das Glas Licht im Zimmer ab, wie bei kleinen Glühwürmchen in der Natur.

    • Im Dunkeln leuchten die „Glühwürmchen“ im Glas.
      Foto: SPREE-PR/Friedel

    • Warum leuchten Glühwürmchen?

      Hinter diesem Phänomen steckt Chemie. Denn der kleine Leuchtkäfer setzt dank einer chemischen Reaktion in seinem Körper Energie frei, die er in Form von Licht
      abstrahlt.
    • 40 %

      der aufgenommenen Energie verwandelt das Glühwürmchen in Licht – das ist ähnlich effizient wie Leuchtdioden (LEDs). Bei Glühbirnen hingegen geht die meiste Energie als Wärme verloren, nur fünf Prozent bleiben für das Leuchten.

    Continue reading

    Die Rohrweber von Pritzerbe

    Rohrweberin Jenny Wagner verknotet jeden Stab per Hand.

    Fotos: SPREE-PR/Petsch

    Die Letzten ihrer Zunft

    Die Rohrweber von Pritzerbe

    Faszination traditionelles Handwerk! Vor der industriellen Revolution bestimmten die Zünfte das Wirtschaftsleben – heute sind viele Handwerksberufe so gut wie ausgestorben. Die STADTWERKE ZEITUNG hat „Die Letzten ihrer Zunft” besucht. Diesmal: die Rohrweberei Pritzerbe (Potsdam-Mittelmark). Das Weben von Schilfrohren zu Rohrmatten ist eine jahrhundertealte Handwerkstradition in Brandenburg. Im Ortsteil Pritzerbe der Stadt Havelsee wird sie noch gepflegt – in Handarbeit.

    Wir sind die letzte Rohrweberei in Deutschland. Wenn wir schließen, stirbt auch dieses traditionelle Handwerk aus“, sagt Wolfgang Wagner. Seit fast 30 Jahren leitet der 64-Jährige nun die Manufaktur, die Schilfmatten herstellt und heute auch Museum und Bildungsstätte zugleich ist. Über eine Projektleitung ABM war der einstige Vollmatrose der DDR-Fischfangflotte 1998 gekommen und ist hier gewissermaßen „gestrandet“. Sein Ziel: Das Wissen für künftige Generationen bewahren.

    Wer die Rohrweberei erreicht, weiß warum sie sich hier 1946 im früheren Schützenhaus angesiedelt hat. Sie liegt in der wasserreichen Gegend idyllisch eingebettet von Feldern am Pritzerber See, mit dem Rohstoff direkt vor der Tür. Damals waren Schilf-Dämmmatten als wichtiger Bau- und Isolierstoff oder als Abdeckmatten für Gärtnereien gefragt. Heute entstehen Sichtschutzelemente, Balkonverkleidungen, Rollos und sogar Sonnenschirme. Architekten bestellen Putzträgermatten für die Denkmalpflege, denn Originalmaterial ist rar.

    Nach der Ernte Ende Februar wird das gebündelte Schilf (Schocks) zur Trocknung zu Zelten aufgestellt.
    Foto: SPREE-PR/Petsch

    Biennale-Auftrag

    Ende April herrscht hier emsiges Treiben. Ein Großauftrag ist eingetrudelt. 60 Quadratmeter Rohrmatten werden für eine Ausstellung der 13. Berlin Biennale (14. Juni bis 14. September) gewebt. Das vierköpfige Team hat alle Hände voll zu tun. Mitarbeiter Stefan Brauer sortiert die Halme nach Länge und Durchmesser. Aus Naturschutzgründen wird nicht mehr Schilf aus dem See verwendet – es dient als Brutstätte vieler Vogelarten. „Wir nutzen jetzt Miscanthus, eine bambusähnliche Pflanze“, erklärt Chef Wolfgang Wagner. „Wir bauen sie selber auf knapp 3.000 Quadratmeter an. Miscanthus ist robust, braucht keinen Dünger und kann 25 Jahre lang geerntet werden.“ Die vollkernigen Halme sind besonders langlebig: Unsere Matten halten im Freien bis zu zehn Jahre – Baumarktware zerfällt oft schon nach zwei.“

    Stefan Bauer und Jenny Wagner zeigen ein fertiges Produkt: Diese Rohrmatte wurde für die 13. Berlin Biennale gewebt.
    Foto: SPREE-PR/Petsch

    Präzision und Handarbeit

    Rohrweberin Jenny Wagner legt einen Halm in die Vorrichtung eines über 100 Jahre alten Webstuhls. Dieser wurde schon zur Gründung gebraucht angeschafft. Sie schnappt sich einen der fünf versetzten Fäden, zieht unter Spannung eine Schlinge und verknotet alles doppelt. „Ich fange in der Mitte an, damit sich nichts verzieht“, erklärt sie. Sitzen die Knoten, werden die Enden auf gleiche Länge geschnitten. Danach folgt der nächste Halm.
    „Durch den Doppelknoten trennt sich – anders als bei Baumarktware – der Faden und somit die Matte nicht auf“, erklärt die Rohrweberin. „Und der Kunde kann seine Matte auch beliebig zuschneiden.“ Für die Berlin Biennale werden Matten von bis zu 4,20 Meter Länge gefertigt. Dafür benötigt Jenny Wagner etwa sechs Stunden.

    Material ist genug da. „Eine Ernte reicht immer für ein Produktionsjahr“, sagt Leiter Wolfgang Wagner. Die diesjährige Ernte – immer von Anfang Januar bis Ende Februar – steht gerade zum Trocknen zu Zelten aufgebaut auf dem Gelände der Rohrweberei. Sie bestehen aus vielen „Schocks“, also 60 Zentimeter dicken Bündeln. „Würde man das Material grün verarbeiten, würde es in den Matten nachtrocknen und aus der Schlingung später rausrutschen.“

    Glücksfall Nachlass

    In Zukunft wird auch ein Teil der Arbeit maschinell unterstützt werden. Grund ist ein unerwarteter Glücksfall. Die Witwe eines Rohrwebers aus Hennigsdorf hatte kürzlich Wolfgang Wagner zwei mechanische Webstühle aus dem Nachlass überlassen: „Bevor die auf dem Schrott landen – das war ihr Wunsch“, so Wolfgang Wagner.

    Besucher sind in der Rohrweberei Pritzerbe jederzeit willkommen. Seit 2015 ist der Standort auch Museum und Lernort für Schulklassen.

    Der Schilferlebnissteg führt 43 Meter durch den Schilfgürtel und gibt besondere Einblicke in das Leben der Schilfbewohner.
    Foto: SPREE-PR/Petsch

    Besuchen Sie die Rohrweberei Pritzerbe

    An der Marzahner Chaussee 6
    14798 Havelsee

    Geöffnet: Mo – Mi  9 – 15 Uhr,
    Do/Fr 9 – 18 Uhr, Sa 14 – 18 Uhr,
    So 14 – 17 Uhr, Gruppenführungen am Wochenende nach Vereinbarung
    Eintritt: 3 €, ermäßigt 1,50 €,
    Kinder unter sechs Jahren frei.
    Tel. 033834 50236

    www.rohrweberei.de

    Kinder können im Museum an Handwebrahmen selber kleine Matten fertigen.
    Foto: SPREE-PR/Petsch

    Museum und Erlebnissteg

    Die Stadt Havelsee unterstützt die Rohrweberei. Das Museum bietet Gruppenführungen (nach Voranmeldung) durch Werkstatt und Trockenscheune. Kinder können hier selbst eine kleine Matte am Handrahmen anfertigen oder Nistkästen bauen und lernen die Tiere im Schilf kennen. Mit etwas Glück können sie die vom angrenzenden 43 Meter langen Erlebnissteg durch das Schilf dann selbst beobachten. Links ist der Biberbau, rechts brüten die Gänse und gleichzeitig erklingt im Sommer gratis das Froschkonzert. Infotafeln erklären die Artenvielfalt, beim Naturquiz kann jeder sein Wissen testen.

    Continue reading

    Verführerische Wege um unsere zehn größten Seen

    Der Brodowiner See mit Schilfgürtel

    Foto: SPREE-PR/Petsch

    So nah, so schön

    Verführerische Wege um unsere zehn größten Seen

    3.000 Seen – was will man an einem heißen Sommertag mehr, als die wohlverdiente Freizeit an einem der zahlreichen Seen Brandenburgs zu verbringen. Die Top 10 der größten Seen des Bundeslands überraschen durch ihre Vielfalt an Aktivitäten und Veranstaltungen. Zum Beispiel der Weltrekordversuch der größten Wasserbombenschlacht am Unteruckersee oder das Hafenfest am Senftenberger See lassen Langeweile schnell in Vergessenheit geraten. Auch die Wander-App Komoot kann bei der Planung von Rad- und Wandertouren helfen. An den zehn größten Seen Brandenburgs gibt es immer etwas zu entdecken und zu erleben.

    • 1. Cottbuser Ostsee

      Der Cottbuser Ostsee.
      Foto: SPREE-PR/Petsch

      Von der Plattform des 34 m hohen Aussichtsturms Merzdorf lassen sich die Ausmaße des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord am besten überblicken. Ganze fünf Jahre vor dem geplanten Abschluss wurde die Flutung nun schon am Anfang dieses Jahres beendet. Trotzdem ist der Uferzugang bis zum Ende der Bauarbeiten weiterhin eingeschränkt. Die gesamte Region Lausitz hofft auf einen touristischen Hotspot mit attraktiven Sport- und Freizeitangeboten.

      www.cottbuser-ostsee.de

    • 2. Schwielochsee

      Der Schwielochsee.
      Foto: Florian Läufer

      Der größte natürliche (!) See Brandenburgs begrenzt den Spreewald in seinem Nordosten, die Spree durchfließt ihn. Mit der „Schwielochsee-Tour“ (51 km) ist ein Radweg bestens ausgewiesen. Auch die 3. Etappe vom „Spreeradweg“ führt hier vorbei. Ganz in der Nähe, in Leißnitz, holt Sie die einzige Seilzugfähre Deutschlands über die Spree. Anfang August (1./2.8.) sorgt das „Jenseits von Millionen Festival“ in Friedland für Musik und gute Laune.

      www.jenseitsvonmillionen.de

    • 3. Sedlitzer See

      Der Sedlitzer See.
      Foto: Steffen Rasche

      Vielleicht verschaffen Sie sich vom Aussichtsturm „Rostiger Nagel“ zunächst einen Überblick über die bevorstehenden Kilometer um den See, der aufgrund der anhaltenden Flutung wassertouristisch noch nicht nutzbar ist. Wer anschließend noch Kraft in den Knochen hat, möge den nahen Kletterfelsen „Landmarke Sedlitzer Turm“ besteigen. Oder sich mit dem Fahrrad auf der Seenland-Route (mit 16 Seen!) durch die Lausitz zum nächsten Gewässer bewegen.
    • 4. Senftenberger See

      Der Senftenberger See.
      Foto: Steffen Rasche

      Auch im 51. Jahr seiner Existenz dürfte das Prachtexemplar im Süden Brandenburgs vor den sprichwörtlichen Toren der Kreisstadt neue Fans finden. Wer den See zu Fuß erleben will, kann sich am Seerundweg (18 km) für Radfahrer orientieren. Am Senftenberger See (Familienpark) startet übrigens auch die Wanderung „Vier-Teiche-Tour“ (9 km). Unser Tipp: Am 2. und 3. August veranstaltet Senftenberg sein jährliches Hafenfest.

      www.hafenfest.info

    • 5. Scharmützelsee

      Der Scharmützelsee.
      Foto: Florian Läufer

      Der zweitgrößte natürliche See der Mark ist häufig prämiert – etwa 2024 zum vierten Mal als Lieblingssee Deutschlands beim Seen.de-Voting. Bequem entdecken lässt sich der Scharmützelsee südlich von Fürstenwalde auf einer Uferwanderung oder einer Radtour um den See. Im Sommer wird hier ausgiebig gefeiert: das Kanalfest in Wendisch Rietz (26. 7.), das „Sommerfest am See‘‘ (4.–6. 7.) oder der ,,Flammende Scharmützelsee‘‘ (12.–14. 9.).

      www.scharmuetzelsee.de

    • 6. Parsteiner See

      Der Parsteiner See.
      Foto: Johanna Henschel

      Den Parsteiner See, bekannt für sein sauberes Wasser und die unberührte Natur, „teilen sich“ der Barnim und die Uckermark (Nord-ufer). Für Camper gibt es mit dem Naturcampingplatz ein überaus lauschiges Plätzchen in unmittelbarer Wassernähe. Etwas weiter entfernt, aber unbedingt beim Abstecher hierher zu berücksichtigen, sind die Orte Chorin (Klosterruine) und das Ökodorf Brodowin, u. a. mit Hofladen. Mögliche Touren finden Sie auf www.barnimerland.de.

      www.barnimerland.de

    • 7. Unteruckersee

      Der Unteruckersee.
      Foto: A Lang BY-NC-SA

      Das Motto „Stadt küsst See“ hat sich als Werbespruch seit der Landesgartenschau 2013 in Prenzlau (Uckermark) gehalten, der heutige Seepark ist eine beliebte Flaniermeile für Besucher wie Einheimische. Die „SeenTour“ führt Sie als Radrundweg (Markierung: weißes Quadrat mit blauen Wellen) um den See, ebenfalls der Wanderweg „Prenzlau-Seehausen“ (Markierung: blauer Balken). Kurios: Am 31. August findet in Prenzlau der Rekordversuch für die größte Wasserbombenschlacht der Welt mit 2.010 Teilnehmern statt.

    • 8. Beetzsee

      Der Beetzsee.
      Foto: Steven Ritzer

      Der durch den unglückseligen Fritze Bollmann bestens bekannte See im Westen Brandenburgs lässt sich hervorragend erkunden: per pedes auf dem Storchenwanderweg und per Bike auf dem Storchenradweg. Wem abseits der aktiven Bewegung noch nach Sport-Zuschauen ist, dem sei die Drachenboot-WM vom 14. bis 20. Juli empfohlen. Auch die Mondscheinregatta mit Nachmittagskonzert am 6. Juli um 17:30 Uhr legen wir wärmstens ans Herz.
    • 9. Talsperre Spremberg

      Die Talsperre Spremberg.
      Foto: Gemeinde Neuhausen Spree

      Bei den jährlichen Wasserfestspielen herrscht vom 13. bis 14. Juni großer Trubel am Spremberger Stausee, inklusive atemberaubendem Feuerwerk. Der 25 km lange Seerundweg eignet sich neben dem Wandern auch zum Radfahren und Skaten. Sport wird an Brandenburgs einziger Talsperre im Landkreis Spree-Neiße – gebaut 1958 bis 1965 – groß geschrieben. Campingplätze für Aktiv-Natur-Urlauber gibt es in Bagenz und Klein Döbbern. Mit gemieteten Flößen oder Tretbooten können Sie hier in See stechen.
    • 10. Altdöberner See

      Der Altdöberner See.
      Foto: SPREE-PR/Arbeit

      Auch die Nummer 10 gehört zu den „neuen“ Brandenburger Seen. Aus dem ehemaligen Tagebau Greifenhain im Lausitzer Seenland hervorgegangen, ist seine Flutung noch nicht abgeschlossen. Dennoch zieht es schon heute Dutzende Aktive hierher: Die waldgeprägte, nahezu verkehrsfreie Gegend rund um den See ist ein Paradies für Radfahrer. Zusätzlich sorgen diverse Objekte in freier Natur für Überraschungen, die in den 1990er Jahren internationale Künstler erschufen.

    Continue reading

    Das ist (ja wohl) die Höhe!

    Der Oderturm in Frankfurt (Oder) – modernes Wahrzeichen der Stadt.
    Foto: SPREE-PR/Klaus Arbeit

    Rätsel

    Das ist (ja wohl) die Höhe!

    Die durchschnittliche Höhe im Land Brandenburg beträgt 68 Meter. Die Mark überragt damit die Hauptstadt immerhin um ganze 21 Meter. Zu einem „Bergvolk“ macht sie das natürlich noch lange nicht.

    Dennoch kann Brandenburg höchst interessante Rekorde vorweisen. Wir bringen Sie auf die Höhe kleiner Bestmarken im Land Brandenburg!

    Beantworten Sie unsere Frage und gewinnen Sie attraktive Geldpreise:

    2 x 20 Euro,
    2 x 30 Euro
    und 3 x 50 Euro.

    Was für eine Aussicht! Mit seinen 88,95 Metern ist der Oderturm das höchste Gebäude im Land Brandenburg. Er kündigt bereits aus der Ferne am Himmel als modernes Wahrzeichen die Stadt Frankfurt an der Oder an. Erbaut wurde das 25-stöckige Gebäude von 1968 bis 1976 als Bürogebäude. Nach Umbau und Sanierung wurde der Turm mit einem Einkaufszentrum in den unteren Etagen 1996 wiedereröffnet. Rund 40 Geschäfte, jede Menge Restaurants und Cafés, Büros, Arztpraxen bieten Arbeitsplätze für 1.300 Beschäftigte – und von den oberen Stockwerken einen unvergleichlichen Ausblick über Stadt, Land, Fluss. Einmal im Jahr wird der Oderturm zur Sportstätte – dann findet in dem Gebäude der Oderturmlauf statt. Der nächste Lauf ist voraussichtlich am 30. August 2025.

    • Schicken Sie die Antwort bis zum 7. Juli 2025 an:
      SPREE-PR
      Kennwort: Stufen

      Zehdenicker Str. 21
      10119 Berlin
      oder per Mail an:
      swz@spree-pr.com

      Viel Glück!

      Die Gewinner des Frühlingsrätsels:

      Rund 330 Zuschriften mit dem richtigen Lösungswort „Potsdamer Riesengarde“ haben uns erreicht.

      Gewonnen haben 20 Euro B. Rabenstein aus Schwedt/O., 30 Euro A. Selka aus Heideblick und 50 Euro M. Dresler aus Guben.

      Herzlichen Glückwunsch!

      Continue reading

      Meine kleine Farm

      Ein tolles Team: Bianca Nehrmann mit Esel Fridolin, einem Brahmahuhn und einem Küken.

      Foto: SPREE-PR/Petsch

      Die Hobbys unserer Mitarbeiter

      Meine kleine Farm

      Tagsüber sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Forst für eine sichere Versorgung der Stadt mit Strom, Gas, Fernwärme und Trinkwasser. Doch was treiben sie in ihrer Freizeit? Stadtwerke-Zeitung hat Bianca Nehrmann, Teamleiterin Abrechnung/Wechselmanagement, gefragt.

      Ein Stups fürs Kaninchen.

      Foto: SPREE-PR/Petsch

      Bianca Nehrmann ist die Zahlenfrau bei den Stadtwerken. Sie ist für die Preise und Tarife verantwortlich, die Erstellung von Rechnungen, die Erfassung von Zählerständen und den Datenaustausch mit Marktpartnern. Nach acht Stunden fährt sie ihren Rechner runter. Wenig später biegt sie mit ihrem Auto auf das ehemalige Gut in Eulo, eine völlig andere Welt. Das Eselpärchen Lotta und Fridolin IA-t zur Begrüßung, die 40 Hühner mit den lustigen Federfüßen gackern fröhlich, die vier Laufenten watscheln über die Wiese, die Katze schleicht über den Hof und von Weitem ist ein kuhles Muhen von den 30 Rindern zu hören. Nur die Kaninchen mümmeln unbekümmert weiter an ihren Möhren, Äpfeln und Heustängeln. Bianca Nehrmann lebt mit Mann, vier Kindern und Schwiegereltern auf einer Hobbyfarm mit fast 200 Tieren.

      Behütet hält Bianca Nehrmann den Kaninchen-Nachwuchs in der Hand.

      Foto: SPREE-PR/Petsch

      Sympathischer Nebenerwerb

      „Begonnen hat alles mit ein paar Kaninchen und den Sattelschweinen Anna und Elsa“, erzählt Bianca Nehrmann. Dann schickte mir mein Mann ein Foto von vier Kühen. Ich habe mich sofort in ihre Kulleraugen verliebt.“ Im Laufe der Jahre wurde aus dem kleinen Streichelzoo für die Kinder eine Landwirtschaft im Nebengewerbe. Kälber werden verkauft, Tiere geschlachtet. Während Bianca sich um den Haushalt kümmert, versorgt ihr Ehemann die Tiere. „Unsere jüngste Tochter ist vernarrt in die Hühner. Sobald sie nach Hause kommt, ist sie den ganzen Tag nicht mehr zu sehen. Sie übernimmt freiwillig viele Aufgaben bei den Hühnern.“

      Eine tierisch nette Gesellschaft

      Doch zum Leben auf dem Hof gehören auch traurige Momente. „Wir mussten erleben, dass Fuchs und Marder unsere Hühner gerissen, Wölfe die Schafe gefressen haben und wir die Schweine wegen der Afrikanischen Schweinepest schlachten mussten. Schwere Stunden für die ganze Familie.“

      Trotzdem möchte niemand die Tiere missen. „Sie wirken beruhigend, zaubern mit ihrem Wesen immer wieder ein Lächeln in unsere Gesichter. Auf dem Hof verfliegt der Stress des Tages. Eine tierisch nette Gesellschaft.“

      Continue reading

      Was genau macht Erdgas billiger oder teuer?

      Aufgeschlüsselt: Die Grafik zeigt, wie sich der Gaspreis für private Haushalte zusammensetzt. Beschaffung und Ver- trieb machen nur einen Teil aus – rund ein Drittel des Preises entfällt auf Steuern und Abgaben. Allein die Mehrwerteuer (19 %) macht 16 % vom Gaspreis aus.
      Grafik: SPREE-PR/Schulze, pixabay, SPREE-PR/Archiv

      Die Zusammensetzung des Preises

      Was genau macht Erdgas billiger oder teuer?

      Die Gasheizung ist in Deutschland aktuell noch die Nummer eins: Fast jede zweite Wohnung wird mit Erdgas beheizt, und in den Jahren 2023 und 2024 gab es sogar einen regelrechten Run auf neue Gasheizungen. Das war zum Teil auch eine Folge des Heizungsgesetzes (GEG) der vorherigen Ampelkoalition, das für viel Unruhe und Verunsicherung sorgte. Die neue Bundesregierung aus Union und SPD will das GEG in der jetzigen Form reformieren.

      Trotzdem werden wohl Gas- und auch Ölheizung langfristig keine Lösung und bald nicht mehr so gebräuchlich sein. Das liegt an mehreren Dingen. Bis 2045 soll Deutschland CO₂-neutral sein – das ist nun auch im Grundgesetz verankert. Die neue schwarz-rote Koalition hat sich dem Klimaschutz verpflichtet. Neben „technologieoffener“ Förderung umweltfreundlicher Heizungen soll zentraler Hebel dabei der CO₂-Preis sein. Nur eine von mehreren Komponenten, aus denen der Gaspreis für Endverbraucher besteht. So setzt sich genau der Gaspreis zusammen:

      Beschaffung und Vertrieb

      Ein großer Teil des Preises entfällt auf den Einkauf des Gases selbst. Dieser hängt von globalen Märkten ab – etwa von Angebot und Nachfrage, politischen Entwicklungen oder Lieferverträgen. Da Deutschland seit dem Wegfall russischer Lieferungen mehr Flüssiggas (LNG) importiert, ist der Preis sprunghafter geworden.

      Netzentgelte

      Diese Gebühren decken die Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Gasnetze. Die Fixkosten für das Netz bleiben ähnlich hoch, selbst wenn immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Aber: Wenn weniger Menschen Gas beziehen, könnte der Anteil der Netzentgelte pro Haushalt steigen.

      Abgaben und Steuern

      CO₂-Preis: Seit 2021 wird der Ausstoß von CO₂ bepreist. Die Abgabe stieg zuletzt von 45 Euro pro Tonne (2024) auf 55 Euro pro Tonne (2025) und wird weiter schrittweise erhöht (2026 bis 65 Euro/t). Der nationale CO₂-Preis läuft bis Ende 2026, wird dann in das neue EU-System überführt. Dieses sieht vor, dass der CO₂-Preis nicht mehr politisch festgelegt wird, sondern sich anhand von Angebot und Nachfrage frei am Markt bildet (EU-Emissionshandel ETS II) – je mehr CO₂ ausgestoßen wird, desto teurer wird die Abgabe. Damit soll ein Anreiz zum Wechsel auf fossilfreie Möglichkeiten entstehen. Stattdessen sollen laut Koa-litionsvertrag von Union und SPD Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung zur Senkung der Strompreise verwendet werden. Experten erwarten bis 2030 CO₂-Preise von bis zu 275 Euro pro Tonne. Vorausgesetzt, der CO₂-Preis steigt bis 2030 wirklich so hoch, könnten für ein erdgasbeheiztes Einfamilienhaus grob geschätzt jedes Jahr 1.200 Euro allein dafür fällig werden.

      KANU 2.0: Mit der Umlage regelt die Bundesnetzagentur, wie Gasnetzbetreiber ihre Investitionen bis zur Stilllegung oder Umrüstung auf Wasserstoff abschreiben dürfen. Ziel ist ein gerechter Umbau des Gasnetzes. Kurzfristig kann das die Gaspreise leicht steigen lassen, langfristig sorgt es für mehr Planungssicherheit.

      Mehrwertsteuer: Sie macht mit 19 % einen erheblichen Teil des Gaspreises aus.

      Fazit

      Wie genau sich künftig Gaspreise entwickeln, hängt von vielen Komponenten ab. Auch Netzbetreiber wie kommunale Stadtwerke, die Gas einkaufen und verteilen, haben nur begrenzten Einfluss auf den Weltmarktpreis. Theoretisch kann auch ein sinkender Gasverbrauch zu niedrigen Großhandelspreisen führen. Fest steht aber: Für viele Haushalte ist die Gasheizung noch immer die praktikabelste Lösung. Gas bleibt daher relevant, wird langfristig aber eher teurer. Wer auf lange Sicht plant, muss mit steigenden CO₂-Kosten und höheren Netzgebühren durch den Rückgang der Nutzer rechnen.
      Die Bedeutung von Gas wird abnehmen. Der nächste Heizungswechsel muss wohlüberlegt sein.

      Continue reading

      Hommage an unsere Lausitz

      Die jungen Tischler: Meister Pascal Lachmann
      und Fitness-Ökonom Florian Malke (rechts).

      Foto: Carsten Schmollius

      Sie tischlern Heimatstücke

      Hommage an unsere Lausitz

      Ein Tisch aus Omas altem Kirschbaum, ein Regal aus der knorrigen Kiefer im Vorgarten, Schneidbretter aus Nachbars Pflaumenbaum – am Ende eines Baumlebens schenken Kalle und Flori in ihrer Forster Tischlerei Holz ein zweites Leben.

      Im Holz des Esstischs sind deutlich die Spuren des Lebens als Nussbaum zu sehen.

      Foto: Carsten Schmollius

      Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte haben die Bäume ihren Besitzern Freude bereitet. Sie trugen Früchte, spendeten Schatten, schmückten den Garten. Doch am letzten Tag droht ihnen eine düstere Zukunft als Brennholz. Genauso ein Scheit entfachte in Pascal Lachmann die Leidenschaft fürs Tischlerhandwerk. „Ich schnappte mir eine Axt, einen Bohrer, Hammer und Nägel und baute daraus ein kleines Tischchen“, erzählt er. „Nach der Schule begann ich eine Tischlerlehre, verschlang Bücher über Holz und seine Verarbeitung.“ Er macht den Meister und träumt davon, seine Ideen zu verwirklichen. Ein echter Holzfachmann. Was ihm fehlte? Das Unternehmerwissen. Bis er eines Tages seinen Sandkastenfreund Flori wiedertraf.

      Nicht nur sehr schön, sondern auch lange haltbar: Schneidebretter aus Stirnholz eines Forster Nussbaums.

      Foto: Carsten Schmollius

      Individuelle Messlatte für das Kinderzimmer.

      Foto: Carsten Schmollius

      Glänzende Aufarbeitung der alten Kiefer-Dielen.
      Foto: Carsten Schmollius

      Ein Hoch auf heimisches Holz

      Florian Malke studiert in Berlin Fitnessökonomie, macht gerade seinen Master im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Er liebt Zahlen, Listen, plant und organisiert gerne. „Nach vielen Jahren trafen wir uns bei Freunden wieder. Später zeigte Kalle mir seine Werkstatt, seine einzigartigen Holzprodukte.“ Das ist der Moment, an dem die alte Freundschaft nicht nur auflebt, sondern einen neuen Inhalt bekommt. „Wir gründeten am 1. Januar 2025 das ,Stilwerk.Forst‘, lassen in unserer Tischlerei heimisches Holz mit spannenden, individuellen Designs hochleben.“

      Ein Hoch auf eine Freundschaft

      Ihr erstes Projekt: Holz sammeln. Winterzeit ist Fällzeit! „Wir kauften uns einen Hänger, holten an den Wochenenden von morgens bis abends von Bekannten, Freunden und Nachbarn Kirschen, Robinien, Eichen, Eschen, Pflaumen- und Nussbäume. Teilweise riesige Stämme.“ Das Fundament der Tischlerei. Unterdessen haben sie schon große und kleine Aufträge ausgeführt, kreierten einen Nischenschrank und urige Esstische, richteten ein Badezimmer ein, verlegten Dielen und Fensterbretter, bauten eine Treppe. „Der Kunde hat eine Idee, ein Projekt. Wir setzen es gemeinsam mit ihm um, mit Liebe zum Detail und höchster Präzision.“

      Momentane Lieblinge der Kunden sind die exklusiven Schneidebretter aus Hirnholz. „Dazu schneiden wir Harthölzer wie Ulme, Eiche oder Walnuss in Stäbe und leimen sie so zusammen, dass die Jahresringe faszinierende Ornamente bilden“, beschreibt Flori die Besonderheit. „Diese Stirnholzbretter sehen nicht nur wunderschön aus, sie schonen auch die Messer und halten sehr lange.“

      Diese Baumscheibe eines Forster Ahorns wurde mit Epoxidharz bearbeitet.
      Foto: Carsten Schmollius

      Ein Hoch auf die Zukunft

      Zwei Forster Jungs mit einer Vision: „Wir möchten hier, in unserer Region mit unseren Ideen und Produkten etwas bewegen. Viele junge Leute, Kumpels und Freunde von uns, haben seit dem nahenden Kohleausstieg die Zuversicht in eine erfolgreiche Zukunft verloren. Wir wollen zeigen, dass wir trotzdem in unserer Heimat etwas aufbauen können.“

      Hier erreichen Sie Stilwerk Forst:

      www.stilwerk-forst.de

      Continue reading