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Einen Kompass selber bauen

STADTWERKE ZEITUNG


Kinderecke

Einen Kompass selber bauen

Norden, Osten, Süden, Westen: Wo liegt welche Himmelsrichtung? Ein Kompass hilft bei der Orientierung. Denn die Kompassnadel zeigt immer nach Norden. So baut man sich einen einfachen Nadel-Kompass.

Die magnetische Nadel richtet sich nach Norden aus.

Foto: SPREE-PR/ Petsch

Das brauchst du:

  • Magnet
  • Nadel
  • Plastikflaschendeckel
  • Papierscheibe, Korkscheibe
  • Klebeband/Tesa
  • Schälchen mit Wasser

Materialien für den Kompass.
Foto: SPREE-PR/ Petsch

So geht’s:

  1. Den Kompass zusammensetzen: Auf der Papierscheibe die Himmelsrichtungen im Uhrzeigersinn mit N für Norden, O für Osten, S für Süden und W für Westen markieren. Die Nadel mittig mit Tesa so festkleben, dass die Spitze nach Norden zeigt.
  2. Jetzt kommt der Magnet zum Einsatz: Streicht die Nadel von der Mitte bis zur Spitze 20-mal über den Magneten – so wird die Nadel magnetisch.
  3. Gebt Wasser in das Schälchen, die Papierscheibe samt Nadel mit Tesa auf der Deckelöffnung befestigen und den Deckel auf dem Wasser platzieren.

Was passiert? Die Nadelspitze dreht sich automatisch nach Norden, egal wie die Scheibe platziert wird. Dank der Markierung, weiß man auch wo Osten, Süden und Westen liegt.

Wer hat den Kompass erfunden?

Grafik: all-fre-download.com

Die Ursprünge liegen im antiken China 200 v. Chr. bis 27 n. Chr. Magnetsteine am Faden („Südweiser“) wurden zur Wahrsagung genutzt, ehe sie zur Orientierung dienten. Im 12. Jahrhundert gelangte der Kompass vermutlich durch arabische Händler nach Europa. Doch erst im 13. Jahrhundert hat der Kompass die Form eingenommen, die wir auch heute kennen, mit Windrose und Magnetnadel.

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Nun lass mal die Kirche im Dorf!

STADTWERKE ZEITUNG


Rätsel

Nun lass mal die Kirche im Dorf!

In Brandenburg gibt es 1.500 Dorfkirchen. Die Kirchenbauten sind Kulturdenkmäler, Wahrzeichen und Mittelpunkt vieler Orte. Aber nicht mehr alle werden gebraucht. Wir stellen alternative Kirchennutzungen vor.

Die Dorfkirche Barsikow (Ostprignitz-Ruppin) aus dem 15. Jahrhundert: Im Kirchturm befindet sich eine Pilgerherberge, in der man himmlisch schlafen kann.

Foto: Hans G. Oberlack, CC BY-SA 3.0, vis Wikimedia Commons

Beantworten Sie unsere Frage und gewinnen Sie attraktive Geldpreise:

4 x 30 Euro.

Er ist 118 km lang: Der Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack. Wilsnack war im Mittelalter ein wichtiger Wallfahrtsort. Aus ganz Europa strömten von 1383 bis 1552 die Pilger zu den Bluthostien, die in der Wilsnacker Wunderblutkirche aufbewahrt wurden. 2006 wurde der Pilgerweg in Anlehnung an historische Wege wiederbelebt.

Etwa in der Mitte vom sogenannten „Wunderblutweg“ liegt Barsikow.

Das ländliche Dorf mit seinen rund 184 Einwohnern ist unter Pilgern bekannt. Denn hier kann man quasi himmlisch übernachten. Im Kirchturm der Dorfkirche ist eine Pilgerherberge untergebracht. Die bietet 10 Pilgerbetten auf zwei Etagen, eine kleine Teeküche mit Kühlschrank und zwei separate Sanitärräume mit Duschen. Natürlich gibt’s hier in der Turmherberge auch den Pilgerstempel für den Pilgerpass.

  • Schicken Sie die Antwort bis zum 14. April 2026 an:
    SPREE-PR
    Kennwort: Pilgern

    Zehdenicker Str. 21
    10119 Berlin
    oder per Mail an:
    swz@spree-pr.com

    Viel Glück!

    Bitte geben Sie Ihre Adresse an, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Durch die Teilnahme am Gewinnspiel geben Sie, basierend auf der EU-Datenschutzgrundverordnung, Ihre Einwilligung für die Speicherung personenbezogener Daten. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

    Die Gewinner großen Adventsrätsels: 

    Genau 455 Zuschriften mit dem richtigen Lösungswort „Nussknacker“ haben uns erreicht. Gewonnen haben je 100 Euro: D. Raabe aus Guben, M. Walther aus Zehdenick, H. Lüdecke aus Forst/Lausitz, I. Dietrich aus Schwedt/Oder, U. Nehlen aus Premnitz, H.-D. Stöcker aus Lübbenau, R. Malich aus Perleberg und S. Sonntag aus Prenzlau. 

    Herzlichen Glückwunsch!

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    Schau her – und schütze mich

    STADTWERKE ZEITUNG


    Jahreswesen 2026

    Schau her – und schütze mich

    Jedes Jahr werden von Naturschutzorganisationen, Gesellschaften und Verbänden in unterschiedlichen Kategorien Arten von Tieren und Pflanzen sowie Lebensräume als Aushängeschilder für mehr Naturschutz gekürt. Neben dem prominenten Wildtier und Vogel des Jahres gibt es zahlreiche weitere Kategorien wie Bäume, Fische, Giftpflanzen, Einzeller, Pilze, Amphibien oder Zootiere. Hier eine kleine Auswahl der Vertreter der Jahreswesen 2026.

    • Graziler Farbtupfer sucht Lebensraum

      Blume des Jahres: Der Feldrittersporn

      Foto: Herrmann Timmann

      Er ist eine wahre Zierde, hat einen charakteristischen Sporn und leuchtende blau-violette Blüten: Der Feldrittersporn (lat.: Consolida regalis) war einst Ackerwildkraut, erstrahlte früher oft zwischen Getreidehalmen und bot Wildbienen und Schmetterlingen von Mai bis in den September hinein Nahrung. Doch durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln ist die Pflanze bundesweit selten geworden. Auf wilden, schonend genutzten Wiesen soll sich nun der Feldrittersporn wieder ansiedeln. Die einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse bevorzugt sonnige und kalkhaltige Böden und wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Der Feldrittersporn steht 2026 stell-vertretend für eine Vielzahl von Ackerwildkräutern, die durch die Landwirtschaft stark zurückgedrängt worden sind.

    • Kleiner Feldbewohner mit markanter Stimme

      Vogel des Jahres: Das Rebhuhn

      Foto: NABU/Jan Piecha

      Mit seinem grau-braunen Tarngefieder führt das Rebhuhn (lat.: Perdix perdix) ein bodenständiges Leben, liebt Sand- und Staubbäder. Doch auch sein Zuhause ist durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer mehr in Gefahr. Seit 1980 ist der Bestand an Rebhühnern in Deutschland um 87 Prozent zurückgegangen. Was das Rebhuhn nun braucht? Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft, vor allem aber mehr Offenland, also ungenutzte, große Flächen wie wilde Wiesen und Weiden. Das Rebhuhn gehört zur Familie der Hühnervögel und wird den Fasanenartigen zugeordnet. Seine Ernährung ist überwiegend vegetarisch – mit Vorliebe für Grasspitzen, Wildkräutersamen und Getreide. Doch die Küken brauchen mehr: In den ersten Lebenswochen stehen Insekten, Spinnen und andere Kleintiere ganz oben auf dem Speiseplan. Die Weibchen legen bis zu 20 Eier in gut versteckte Bodennester, während die Hähne in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ihre raue Stimme erklingen lassen.

    • Imposanter König des Waldes

      Wildtier des Jahres: Der Rothirsch

      Foto: Picaboy, dianaparkhouse

      Der Rothirsch (lat.: Cervus elaphus) ist das größte heimische Wildtier. Männliche Tiere beeindrucken durch ihr imposantes Geweih. Rothirsche ernähren sich von Gräsern, Blättern und Rinde und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Obwohl er als „König des Waldes“ bekannt ist, leidet er stark unter Lebensraumverlust und der Zerschneidung seiner Wanderwege durch Straßen, Siedlungen und intensive Landnutzung. Diese Zerschneidung verhindert freie Bewegung und gefährdet den genetischen Austausch, es droht langfristig genetische Verarmung. Der Rothirsch braucht wieder mehr zusammenhängende Lebensräume, Wildtierkorridore und ein naturnahes Wildtiermanagement.

    • Faszinierendes Schwergewicht und Räuber

      Fisch des Jahres: Der Europäische Wels

      Foto: DAFV/Marcel Panne

      Im Sommer 2025 war der Wels (lat.: Silurus glanis) in den Schlagzeilen: In einem bayrischen See hatte der Raubfisch während seiner Brutzeit mehrfach Badegäste angegriffen. In den Medien wurde er daraufhin als gefährlicher Räuber dargestellt. Zugegeben, er schaut schon sehr grimmig und furchteinflößend aus, grundsätzlich ist der Waller, wie man ihn in Bayern nennt, aber ein ruhiger, nachtaktiver Zeitgenosse. Der mächtige Süßwasserfisch kann bis zu drei Meter lang und bis zu 150 Kilogramm schwer werden. Er hat im Ökosystem von Flüssen und Seen eine wichtige Aufgabe, da er die Fischbestände reguliert und durch das Fressen von Aas und kranken Fischen zur Gewässergesundheit beiträgt. Er gilt als ungefährdet und als „Gewinner“ des Klimawandels. Die wärmeliebende Fischart profitiert vom Temperaturanstieg der Gewässer und vermehrt sich stärker. Der Wels steht stellvertretend für die Bedeutung artenreicher und intakter Gewässerökosysteme.

    • Grüner Tänzer im Wind

      Baum des Jahres: Die Zitterpappel

      Foto: R. Fenner

      In lichten Wäldern, auf Kahlschlägen oder in offenen Landschaften findet man die Zitterpappel (lat.: Populus tremula), die zu den auffälligsten heimischen Laubbäumen gehört und bis zu 25 Meter hoch werden kann. Schon ein leichter Wind lässt ihre Blätter tanzen. In der Forstwirtschaft spielt die Zitterpappel, auch Espe genannt, eine wichtige Rolle, weil sie karge oder geschädigte Flächen schnell begrünt und den Boden verbessert. Singvögel finden hier ihre Nahrung, Spechte zimmern Höhlen in das weiche Holz. Markant ist die leuchtend gelbe Herbstfärbung der Zitterpappel. Mit der Wahl zum Baum des Jahres 2026 steht eine Baumart im Mittelpunkt, die uns daran erinnert, dass Bäume mehr sind als bloße Landschaftselemente – sie sind ein wichtiger Teil der Natur, den es zu bewahren gilt. Weitere Infos: Baum-des-Jahres.de

    Natur des Jahres – Wer entscheidet das?

    Jedes Jahr wählen verschiedene Naturschutzorganisationen und Umweltverbände die Vertreter der Tier- und Pflanzenkategorien aus. Dazu zählen zum Beispiel: NABU, Deutsche Wildtier Stiftung, Deutscher Angelfischerverband e. V., Arbeitskreis Wildbienen-Kataster, Loki Schmidt Stiftung, Deutsche Gesellschaft für Mykologie, Stiftung Baum des Jahres.

    Weitere Arten und Lebensräume 2026

    Heilpflanze Gemeine Nachtkerze
    Giftpflanze Gartenbohne
    Moos Mecklenburgisches Schnabeldeckelmoos
    Pilz Igelstachelbart
    Wildbiene Glockenblumenschmalbiene
    Schmetterling Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
    Lurch Alpensalamander
    Insekt Warzenbeißer
    Die komplette Liste der „Jahreswesen“ 2026 finden Sie unter: www.nabu.de/naturdesjahres

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    Betrug am Telefon ist kein Einzelfall

    STADTWERKE ZEITUNG


    Warnung vor Datenklau und ungewolltem Vertragswechsel

    Betrug am Telefon ist kein Einzelfall

    Immer wieder kommt es vor, dass sich dreiste Anrufer am Telefon als regionaler Energielieferant ausgeben und fragen, ob der Kunde einen guten Preis möchte. Mit der Antwort „Ja“ ist man dann schon in die Falle getappt. Es wird ein Vertrag oft zu unbekannten Konditionen abgeschlossen.

    „Im Nachhinein stellt sich dann oft heraus, dass der Tarif bei der EVG günstiger war“, weiß Yves Kötteritzsch, Mitarbeiter Vertrieb der Energieversorgung Guben GmbH (EVG). „Das passiert häufiger als gedacht. Erst kürzlich hat sich ein verunsicherter Kunde nach einem solchen Anruf bei uns gemeldet. Wir konnten schnell helfen, sodass ein großer finanzieller Nachteil für ihn abgewendet werden konnte.“

    Sie sind nicht allein!

    Die EVG bietet betroffenen Kunden Beratung und Unterstützung an. Neben dem fairen Preis des regionalen Versorgers ist das Team vor Ort ansprechbar.

    Yves Kötteritzsch von der EVG warnt vor Betrügern am Telefon.

    Foto: EVG

    Bitte geben Sie am Telefon  niemals folgende Daten heraus:

    • IBAN (Bankkonto)
    • Wohn-Adresse
    • Verbrauch in kWh pro Jahr
    • Zählernummer oder Kundennummer
    • derzeitiger Strom- oder Gasanbieter

    „Mit diesen Daten können Fremde und Betrüger ohne Ihre Einwilligung Ihre bestehenden Verträge kündigen. Sollten Sie betroffen sein, melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei uns.“ Für allgemeine Fragen zur Energieversorgung, aber auch zu solchen Themen, veranstaltet die EVG Info-Nachmittage im Eiscafé „Steffis Herzstück“.

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    Der erste Dual Student bei der SÜLL

    STADTWERKE ZEITUNG


    Im Gespräch

    Der erste Dual Student bei der SÜLL

    In diesem Sommer beendet Thomas Horst sein 3-jähriges BA-Studium der Elektrotechnik mit der Fachrichtung Energiesysteme. Der 24-jährige Luckauer ist der erste Dual Student bei der SÜLL und somit Wegbereiter. Der Energieversorger will künftig wieder eigenen Ingenieur-Nachwuchs ausbilden. Wir sprachen mit Thomas Horst über …

    Thomas Horst beendet im September sein Duales Studium bei der SÜLL.

    Foto: SPREE-PR/Friedel

    … seine Entscheidung zum Dual Studium: „Ich war schon immer technikbegeistert, habe mich irgendwann besonders für Netze, Freileitungen, Energiesysteme interessiert. Daher war die Richtung nach meinem Fachabitur am OSZ in Lübben vorgegeben und ich habe mich für eine Ausbildung bei der SÜLL beworben. Beim Gespräch wurde mir dann das Bachelor-Studium vorgeschlagen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet.

    … Studium-Start: Die SÜLL hat alles geregelt und den Platz gesichert. Ich musste mich eigentlich nur an der damaligen Berufsakademie Sachsen, der heutigen Dualen Hochschule Sachsen in Bautzen anmelden. Die Uni mietet extra Wohnungen an, die man auch nur in der Zeit der theoretischen Studium-Phasen nutzt und bezahlt. Es war alles vorbereitet, man konnte direkt starten.

    … den Mix: Ein Duales Studium kombiniert theoretische Phasen an der Hochschule mit Praxisphasen im Betrieb, eine Theoriephase dauert zwölf Wochen, ist sehr durchstrukturiert, man hat Vorlesungen und Laborversuche. Man muss Interesse für Technik mitbringen, sonst wird’s hart an der Uni. Zwischen den Theoriesemestern arbeitet man dann mehrere Wochen im Betrieb.

    … erste eigene Projekte: Am Anfang bin ich bei der SÜLL in verschiedenen Bereichen mitgelaufen, dann folgten konkrete Aufgaben. Ich habe im Redispatch-Bereich mitgearbeitet, also der Datenaufnahme und Kommunikation von großen Einspeiseanlagen über 100 kW. Darüber hinaus war ich für die Sicherstellung der Datenqualität sowie die Dokumentation der Redispatch-2.0-Stammdaten zuständig. Ich habe Daten zu PV-Einspeiseanlagen zusammengetragen und ins System eingepflegt. Ich lerne also direkt, wie hier unsere Netze funktionieren und wie PV-Anlagen ins Netz eingebunden werden.

    … seine Bachelorarbeit: Sie startet ab Mitte April, läuft bis Anfang September und wird während der Arbeitszeit im Unternehmen geschrieben. Das Thema baut dann inhaltlich auf den bisherigen Praxisprojekten auf.

    … sein Fazit: Ein Duales Studium ist anstrengend, aber es macht auch viel Spaß. Durch die Praxisphasen weiß man immer, wofür man lernt. Zudem verdient man schon während des Studiums eigenes Geld und steht nicht wie viele andere Studierende ohne Einkommen da.

    Vielen Dank für das Gespräch!

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    Nah am Strom

    STADTWERKE ZEITUNG


    Arbeitsalltag der Strommonteure

    Nah am Strom

    Es ist 8 Uhr: Für die Strommonteure der Stadt- und Überlandwerke GmbH Luckau – Lübbenau (SÜLL) beginnt der Arbeitstag auf dem Betriebsgelände in Luckau. Für Mario Seehaus und Gunther Reppich geht es heute mit dem Steiger nach Gehren (Gemeinde Heideblick). Hier werden erst Bäume verschnitten, damit die Stromleitungen frei bleiben. Dann steht die Erneuerung vom Vogelschutz an den Freileitungen an.

    An einer Freileitung erneuert ein Strommonteur den Vogelschutz,
    der die Tiere vor Stromschlägen schützt.

    Foto: SÜLL/Gollasch

    Nur zwei von vielen Aufgaben von Strommonteuren. Sie sorgen hinter den Kulissen dafür, dass der Strom rund um die Uhr zu den Menschen gelangt. Denn ohne Strom läuft gar nichts. Wir sprachen darüber mit dem Netzmeister Maik Schier. Er ist seit 20 Jahren bei dem Energieversorger aus dem Spreewald und lässt uns hinter die Kulissen schauen.

    Was sind denn genau die Aufgaben eines Strommonteurs?

    Unser Team besteht aus acht Mann in Luckau und in Lübbenau. Sie betreuen ein Leitungsnetz von fast 950 Kilometern Kabeln und Freileitungen im Mittel- und Niederspannungsnetz, rund 9.700 Hausanschlüsse sowie mehr als 350 Trafo- und Schaltstationen. Sie legen Hausanschlüsse, bauen Sicherungen und Stromzähler ein und klettern auf Strommasten. Die Männer müssen schwindelfrei sein und obendrein etliche Sicherheitsmaßnahmen wegen des Stroms beachten.

    Wie startet ein typischer Arbeitstag?

    Um 7 Uhr. Zuerst wird geschaut, ob über Nacht Störungen eingegangen sind. Diese haben immer Priorität. Ansonsten stehen geplante Arbeiten wie Wartungen, Netzumbauten oder Anschlüsse auf dem Programm. Kein Tag ist wie der andere. Meine Aufgaben sind, die Arbeiten zu koordinieren, sicherzustellen, dass gesetzliche Vorgaben und der Arbeitsschutz eingehalten werden.“

    Achtung Kabelprüfung: Bei Störungen kommt der Messwagen zum Einsatz, um unterirdische Schadstellen zu lokalisieren.

    Was passiert bei einer Störung oder Havarie?

    Geht eine Störmeldung ein, fährt ein Monteur raus und prüft die Lage vor Ort. Mit Messgeräten und Netzplänen wird der Fehler eingegrenzt. Bei Kabelschäden kommt unser Kabelmesswagen zum Einsatz, mit dem sich die Schadstelle im Erdreich sehr genau bestimmen lässt. Es wird eine Überspannung auf das Kabel gegeben. Im Erdreich entsteht ein hörbarer Knall, genau an der Schadstelle. So können wir den Fehler sehr präzise lokalisieren, teilweise auf wenige Zentimeter genau. Partnerfirmen übernehmen dann die Reparatur.

    Man sollte also schon flexibel und wetterfest sein?

    Ja, Störungen passieren das ganze Jahr über – auch bei Frost, Sturm oder Schnee. Besonders Stürme sorgen immer wieder für Schäden an Freileitungen, etwa von umgestürzten Bäumen. Dann sind oft mehrere Teams gleichzeitig im Einsatz. In unwegsamem Gelände kommt unsere Drohne zur exakten Lokalisierung von Freileitungsschäden zum Einsatz, auch das Besteigen von Holzmasten müssen die Kollegen beherrschen.

    Thema Sicherheit: Was muss ein Strommonteur alles beachten?

    Sicherheit ist bei uns zentral. Alle Strommonteure werden regelmäßig geschult und ärztlich untersucht, alle zwei Jahre wird die Höhentauglichkeit überprüft. Schalthandlungen dürfen nur Kollegen mit spezieller Schaltberechtigung durchführen. Für Arbeiten unter Spannung – im Niederspannungsnetz sowie an Freileitungen – sind zusätzliche Ausbildungen vorgeschrieben. Jeder Monteur hat eine persönliche und spezielle Schutzausrüstung: Schutzanzüge gegen Lichtbögen, Sicherheitsschuhe sowie Helme mit Visier, die das Gesicht im Fehlerfall schützen, Steiger, Gurte. Die gesamte Ausrüstung wird regelmäßig, mindestens einmal jährlich, geprüft.

    Auch Naturschutz gehört zur Arbeit. Wie passt das zusammen?

    Ja, wir sind auch für den Naturschutz zuständig. Unsere Freileitungen greifen in die Natur ein, die Tierwelt sucht sich hier Brutstätten. Deshalb arbeiten wir eng mit dem NABU zusammen. Strommonteure helfen beim Aufbau von Nisthilfen für Störche oder Greifvögel und beobachten Brutplätze an Masten. Wir helfen bei der Beringung und Zählung der Störche. Ziel ist es, Stromversorgung und Artenschutz miteinander zu vereinbaren.

    Wie erleben Monteure den Wandel in der Energieversorgung?

    Als Chance und Weiterentwicklung. Erneuerbare Energien werden positiv gesehen und neue Technik, wie intelligente Messeinrichtungen, sorgt für interessante Aufgaben. Der steigende Strombedarf durch Wärmepumpen und E-Mobilität macht den Beruf vielseitiger und technisch anspruchsvoller. Durch Netzausbau und neue Anlagen bleibt die Arbeit abwechslungsreich und die Monteure können sich ständig weiterbilden und neue Fähigkeiten erwerben.

    Vielen Dank für das Gespräch!

    Der Weg zum Beruf

    Um Strommonteur bei den Stadtwerken zu werden, ist in der Regel eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung erforderlich, kombiniert mit handwerklichem Geschick und technischem Verständnis. Da die meisten Stadtwerke in kommunaler Hand sind, gelten sie als zuverlässiger und sicherer Arbeitgeber.

    • Klassische Ausbildung (3,5 Jahre): Elektroniker für Betriebstechnik im Bereich Strom.
    • Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss mit guten Noten in den Fächern Mathematik und Physik. Auch Interesse für Technik sowie feinmotorisches handwerkliches Geschick sollten vorhanden sein.

    Unter anderem bildet der Energieversorger SÜLL 2026 Elektroniker für Betriebstechnik im Bereich Strom aus.

    Mehr Infos

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    Wenn Häuser denken lernen

    STADTWERKE ZEITUNG


    Energie sparen mit intelligenter Technik

    Wenn Häuser denken lernen

    Das Licht geht automatisch aus, wenn niemand mehr im Raum ist. Die Heizung senkt die Temperatur, sobald ein Fenster geöffnet wird. Und auf dem Handy lässt sich jederzeit prüfen, ob zu Hause unnötig Strom verbraucht wird. Knapp jeder zweite Deutsche (48%) nutzt mindestens eine Smart-Home-Anwendung, ergab die jüngste Umfrage des Digitalverbands Bitkom. 59 % von ihnen greifen sogar auf mehr als fünf smarte Lösungen zurück. Wir geben einen Überblick, wie sich das Zuhause schlau vernetzten lässt!

    Grafik: KI-Generiert/ChatGPT

    „Smart-Home-Technologien erhöhen nicht nur den Wohnkomfort, sondern helfen auch, Energie und damit Kosten zu sparen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Eine Studie vom Öko-Institut im Auftrag der Verbraucherzentrale hatte Einsparungen im Energieverbrauch von 9 Prozent (Wohnung) bis 14 Prozent (im Haus) errechnet. Kein Wunder: Die Heizung ist der größte Energieverbraucher im Haushalt. Laut Umweltbundesamt entfallen etwa 35 Prozent des gesamten Energieverbrauchs von Gebäuden auf das Heizen.

    Bei einem Smart Home werden Haushaltsgeräte oder Haustechnik digital vernetzt und automatisch gesteuert. Meist geschieht das per App auf dem Smartphone, Sprachassistenten oder ganz von allein nach vorher festgelegten Regeln.

    Unterm Strich gilt: Smart Home ersetzt kein bewusstes Verhalten, unterstützt es aber wirkungsvoll.

    Quelle: Bitcom e.V.

    Intelligente Wärme

    Smarte digitale Thermostate regeln die Temperatur zeit- und bedarfsgerecht. So bleibt unter der Woche die Wohnung tagsüber kühler, kurz vor Feierabend wird automatisch wieder aufgeheizt. Wird ein Fenster geöffnet, schaltet die Heizung ab. So geht keine Wärme verloren – ganz ohne manuelles Nachregeln.

    Smarte Steckdosen

    Sie trennen Fernseher, Kaffeemaschine oder Router vollständig vom Strom, wenn sie nicht genutzt werden. Das reduziert den oft unterschätzten Standby-Verbrauch. Praktisch: Viele Steckdosen zeigen an, wie viel Strom ein Gerät tatsächlich verbraucht. Das macht echte Stromfresser sichtbar – und hilft auch beim Umstellen auf sparsamere Gewohnheiten.

    Automatische Rollläden

    Sie bieten mit richtigen Sensoren und automatischer Steuerung Schutz vor Sonne, neugierigen Blicken und verhindern, dass Innenwärme z.B. in kalten Nächten nach außen dringt.

    Strom sparen mit vernetzter Beleuchtung

    Lampen schalten sich nur dann ein, wenn sie wirklich gebraucht werden, etwa per Bewegungsmelder im Flur oder Keller. Noch smarter: Herkömmliche gegen digitale Leuchtmittel tauschen. Gibt’s für alle gängigen Fassungen. Per Sprachassistent oder App lässt sich das Licht dimmen und steuern.

    Haushaltsgeräte

    Die alltäglichen Helfer werden immer schlauer und erleichtern das Leben: Mit programmierten Reinigungsplänen halten Saugroboter das Zuhause mühelos sauber, ohne dass Sie selbst einen Finger rühren müssen. Dank automatisierter Routinen steht der Kaffee frisch gebrüht bereit, sobald der Wecker klingelt.

    Sicherheit und Einbruchsschutz

    Alarmsysteme mit intelligenten Sensoren und mit vernetzten Sirenen informieren per Smartphone. Überwachungskameras behalten das Zuhause im Blick – auch wenn man nicht vor Ort ist.

    Energiemangement

    Wird die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach in das Smart Home eingebunden, können Stromerzeugung und Stromverbrauch aufeinander abgestimmt werden. Ziel: Den gewonnenen Solarstrom vorrangig im eigenen Haushalt zu nutzen und so Stromkosten zu senken.

    Energieverbrauch verstehen

    BUCHTIPP & VERLOSUNG

    20 Euro
    Bertelsmann
    ISBN 978-3-570-10617-4

    Wie viel Energie benötigen wir täglich und wofür?  Wie wirken sich neue Technologien aus? Im Buch „Unser Energieverbrauch zum Verstehen und Mitreden“ (erscheint 18. März) bekommt man nicht nur Energiewissen an die Hand. Es wird auch am Beispiel einer vierköpfigen Familie der Energieverbrauch veranschaulicht. 

    Wir verlosen ein Buch: Einfach eine Mail bis 6. April 2026 an swz@spree-pr.com senden.

    Stichwort: „Mitreden“.

    • Smart Home sicher einrichten: 3 Tipps*

      *Quelle: Bundesamt für Sicherheit und Informationsschutz (BSI)

      ➊ Updates aktivieren: Geräte und Router aktuell halten, automatische Updates aktivieren.

      ➋ Router absichern: Firewall des Routers aktivieren, voreingestelltesPasswort ändern.

      ➌ Starke Passwörter verwenden, keine Werkseinstellungen, jedes Gerät individuell absichern.

    • Nachrüstung, geht das?

      Die meisten Geräte sind zur Nachrüstung geeignet, schnell installiert und benötigen keine Umbauten. Der Einstieg ins Smart Home gelingt am besten Schritt für Schritt mit der Frage: Wo möchte ich Energie sparen oder Komfort gewinnen? Für viele sind das die Heizung und Beleuchtung. Smarte Thermostate lassen sich z.B. meist einfach gegen vorhandene Regler austauschen und sofort per App steuern.

    • EU-Datenschutz­regeln für smarte Geräte

      Fast alle elektronischen Geräte sammeln Daten: Auch im Smart Home ist das nicht anders. Seit 12. September 2025 müssen Hersteller praktisch aller internetfähigen Alltagsgeräte in der EU transparent machen, welche Daten ihre Geräte sammeln. Das neue EU-Datengesetz gibt Verbrauchern so mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen, wenn sie vernetzte Geräte verwenden. Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, gespeicherte Daten jederzeit einsehen und löschen lassen zu können.

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    Kinderecke: Experiment

    STADTWERKE ZEITUNG


    Kinderecke: Experiment

    Auslaufsicher! Luftdruck hält Wasser kopfüber im Glas

    Fotos (3): SPREE-PR/Hultzsch

    Glaubst du nicht? Hier kommt der Beweis:

    Das brauchst du:

    • 1 Glas, randvoll mit Wasser gefüllt
    • 1 Stück feste Folie
    • eine Schüssel oder ein Handtuch als Unterlage – sicher ist sicher!

    So geht’s:

    Wenn das Glas bis zum Rand voll Wasser ist, legst du die Folie oben drauf. Sie sollte vollständig auf dem Wasser liegen und es sollte keine Lücken zu sehen sein . Drehe nun das Glas vorsichtig, dann kannst du loslassen. Luft anhalten und … puh! Alles bleibt dicht!

    Aber warum?

    Die Lösung liegt hier nicht im Wasser, sondern in der Luft. Diese ist nämlich gar nicht so leicht, wie sie aussieht, sondern ist ein Gegengewicht für alles, was sich auf der Erde befindet: der sogenannte Luftdruck.

    Immerhin „stapelt“ sich unsere Luft, die wir atmen, in der Atmosphäre fast 10 Kilometer hoch und drückt entsprechend auf uns hinunter. Auch auf die Folie, die deshalb das Wasser zurückhält. Am stärksten ist dieser Druck genau auf der Höhe des Meeresspiegels. Auf hohen Bergen aber nimmt er zum Beispiel ab.

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    Das ist (ja wohl) die Höhe!

    STADTWERKE ZEITUNG


    Rätsel

    Das ist (ja wohl) die Höhe!

    Die durchschnittliche Höhe im Land Brandenburg beträgt 68 Meter. Die Mark überragt damit die Hauptstadt immerhin um ganze 21 Meter. Zu einem „Bergvolk“ macht sie das natürlich noch lange nicht.

    Dennoch kann Brandenburg höchst interessante Rekorde vorweisen. Wir bringen Sie auf die Höhe kleiner Bestmarken im Land Brandenburg!
    Beantworten Sie unsere Frage und gewinnen Sie attraktive Geldpreise:

    2 x 20 Euro,
    2 x 30 Euro.

    Das ist wahre Größe! Der Kutschenberg bei Großkmehlen (Oberspreewald-Lausitz). Erst eine Höhenmessung im Jahr 2000 verlieh ihm den Titel zum „höchsten Berg Brandenburgs“. Dafür reichten seine 201 Meter aus. Und das, obwohl die Heidehöhe in Gröden (Elbe-Elster) ganze 40 Zentimeter höher in den Himmel ragt. Sie zählt aber streng genommen zum Heidegipfel – und der befindet sich nun mal in Sachsen.

    Seit 2011 steht auf dem Gipfel eine Granit-Stele, welche die Höhe ausweist.

    Foto: Wikimedia Commons/Stefan Kühn (CC BY-SA 4.0)

    Wer den Kutschenberg „erklimmen“ will, startet am besten den Rundweg in Großkmehlen. Auf 175 Metern Höhe steht sogar eine Skihütte, die von den Skifreunden der DDR-Zeit bis 2009 für Winterveranstaltungen genutzt wurde. Der letzte Anstieg von hier ist ziemlich steil. Schließlich gelangt man auf 201 Metern zu einer kleinen Stele, in der Brandenburgs Gipfelrekord im wahrsten Sinne des Wortes in Granit gemeißelt ist: „KUTSCHENBERG 201 m ü. NHN“.

    • Schicken Sie die Antwort bis zum 29. September 2025 an:

      SPREE-PR
      Kennwort: Berg

      Zehdenicker Str. 21
      10119 Berlin
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      swz@spree-pr.com

      Viel Glück!

      Die Gewinner des Sommerrätsels

      Genau 240 Zuschriften mit dem richtigen Lösungswort „Fünfhundertelf“ haben uns erreicht. Gewonnen haben je 50 Euro I. Schmidt aus Perleberg, M. Nehlen aus Premnitz, I. Bogner aus Zehdenick; je 30 Euro A. Jahnke aus Luckau, I. Gehlen aus Forst; je 20 Euro S. Böse aus Schwedt/O. und I. Jahn aus Guben.

      Herzlichen Glückwunsch!

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      Der Schäfer und seine wolligen Weltverbesserer

      STADTWERKE ZEITUNG


      Die Letzten ihrer Zunft: Wanderschäfer

      Der Schäfer und seine wolligen Weltverbesserer

      Von Jana Krone,
      Redakteurin der SWZ

      Er weiß, was die Welt im Innersten zusammenhält, denn Jonas Scholz hat Chemie studiert. Doch als er vor sechs Jahren lernen wollte, wie er seine drei Schafe scheren kann, hat er seine wirkliche Berufung im Leben gefunden.

      Fleißige Mitarbeiter auf vier Klauen: Die Schafe von Jonas Scholz pflegen die Wiese unter dem Solarpark an der südlichen A10. Er checkt, ob alle Tiere gesund sind. Die drei Monate alte Hirtenhündin Fee wird schon bald die Aufgabe des Treibens übernehmen. Sie ist ein “Working Kelpie”, eine australische Hirtenhundrasse.

      Foto: SPREE-PR/Krone

      „Ella, her!“ Jonas Stimme schallt über die Platten des Solarparks am Rande der A 10 zwischen Ludwigsfelde und Dreieck Nuthetal. Mit heraushängender Zunge jagt die dreijährige Border-Collie-Hündin die wolkenweißen Bentheimer Schafe mit den schwarzen Sprenkeln im Gesicht zum Schäfer. Wenig später gucken ihn 400 Augenpaare fragend an. „Fototermin!“ erklärt Jonas Scholz den Tieren, warum er sie beim Grasen gestört hat.

      Trinkwasser ist Lebensmittel Nr. 1 – auch bei Schafen.
      Foto: SPREE-PR/Krone

      Vom Ernährer zum Gärtner

      Seit sechs Jahren übt Jonas Scholz einen der ältesten Berufe der Welt aus, er ist Wanderschäfer und Schafzüchter in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Schon vor etwa 10.000 Jahren haben Menschen angefangen, Schafe zu halten. „Damals nutzten sie vor allem das Fleisch, die Milch und die Wolle der Tiere“, erzählt der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. „Heute sind sie vor allem Landschaftspfleger.“

      Landschaftspfleger mit goldenem Tritt

      Der Sandboden an der A 10 ist mager. Nur mit viel Dünger und Wasser könnte man ihm landwirtschaftliche Erträge abringen. Deshalb ist es schlau, hier die Energie der Sonne zu ernten. Die Wiese unter den riesigen Solarflächen bearbeiten die Gärtner mit vier Klauen. Sie mähen das Grünzeug, Gräser, Kräuter. Jedes Schaf verzehrt täglich etwa fünf Kilo davon. Mit eisernem Biss kürzt es auch die Triebe von Bäumen und Sträuchern. So werden die Paneele nicht überwuchert. In ihrem Fell transportieren die Wolltiere Samen, tragen das wertvolle Gut von Wiese zu Wiese. Die Hinterlassenschaften, etwa 75 Kilogramm Dung pro Monat und Schaf, sind ein Festmahl für Insekten. Mit goldenem Tritt arbeiten die Tiere den Dung gleich in den Boden ein. Durch die Schafe wurde die Wiese im Solarpark ein vielfältiges Ökosystem.

      Ein 365-Tage-Job

      Auf den ersten Blick wirkt die Arbeit des jungen Schäfers idyllisch. „Ich muss jeden Tag raus, nach den Tieren sehen und mit ihnen weiterziehen. Egal, ob es 30 Grad im Schatten sind oder aus Eimern regnet, ob Weihnachten ist oder Geburtstag.“ Wenn ein Tier krank oder verletzt ist, kümmert er sich. Der Schäfer checkt täglich alle Zäune, um dem Wolf keine Chance zu bieten. Vor allem aber muss er Wasser auf die Weiden bringen, im Sommer sogar sehr viel Wasser. „Die Wiesen sind dieses Jahr nicht saftig, sondern eher Heu. Entsprechend groß ist der Durst der Tiere.” Statt einem Kubikmeter Trinkwasser bringt Jonas Scholz an trockenen Tagen bis zu drei Kubikmeter. Das heißt, bis zu drei Mal Nachschub holen. Da die dürren Weiden weniger nahrhaft sind, müssen die Schafe öfter umziehen. Das heißt, ständig neue Koppeln einrichten.

      Vom Frieden grasender Schafe

      Etwa 500 Schafe hat Jonas Scholz, die meisten von ihnen sind ehemalige Mutterschafe. „Solange sie noch Zähne haben, dürfen sie auf Deponien und auf wertvollen ökologischen Flächen im Naturpark Nuthe-Nieplitz grasen oder Brandschutzschneisen in Wäldern freifressen.“ Für seine Umweltarbeit bekommt der Schäfer Gelder aus verschiedenen Förderprogrammen von Brandenburg, in die auch Mittel der Europäischen Union und des Bundes fließen. Diese Gelder machen es möglich, dass es in Brandenburg über 300 Schäfer, darunter 70 hauptberufliche, mit 80.000 Schafen und Ziegen gibt. Seit 2024 ist Jonas Scholz Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg e.V. Gerade macht er eine Ausbildung zum Schäfermeister. Neben der Landschaftspflege züchtet er Gotländische Pelzschafe. „Wenn ich mein Tagwerk geschafft habe und die Tiere friedlich fressen, dann bin ich zufrieden. Deshalb bin ich so gerne Schäfer.“

      Modellprojekt bekommt Innovationspreis

      Foto: Eduard Fischer

      Der Schafzuchtverband ist Mitglied von reffiSchaf, einem Modellprojekt zur Verarbeitung und Vermarktung von Lamm- und Schaffleisch. Es wurde mit dem Brandenburger Innovationspreis 2025 ausgezeichnet.

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