Skip to main content

Kinderecke

STADTWERKE ZEITUNG


Kinderecke

Wir basteln eine Insekten-Bar für unsere sechsbeinigen Freunde

Nicht nur wir Menschen brauchen gerade an heißen Tagen genug zu trinken, auch Hummel, Biene und Co. Mit einer Insektentränke hilfst du deinen sechsbeinigen Freunden und kannst ihnen beim Schlürfen zuschauen!

Haben Bienen erstmal die Insektenbar entdeckt, wird sie gern angeflogen.
Foto: SPREE/PR/Friedel

Das brauchst du:

  • Holzstab
  • PET-Flaschendeckel
  • Leimpistole oder Sekundenkleber
  • Kieselsteine

So geht’s:

An einem stabilen Holzstab werden versetzt und der Öffnung nach oben die Flaschendeckel festgeklebt – am besten eignet sich dafür eine Heißklebepistole oder Sekundenkleber. Lass dir dabei von einem Erwachsenen helfen. Suche einen warmen, windstillen und sonnigen Ort für die Insektentränke. Den Stab in die Erde bohren. Bevor du die Deckel maximal ein bis zwei Zentimeter mit Wasser auffüllst, platziere noch Kieselsteine – das dient Bienen oder Schmetterlingen als sicherer Lande- und Abflugplatz und schützt sie vorm Ertrinken. Denn die meisten Insekten sind Nichtschwimmer.

Übrigens: Das Wasser dient Insekten nicht nur als Durstlöscher, sie benötigen es auch zum Bau der Nester. Bienen versorgen mit Wasser auch die Brut und kühlen den Bienenstock runter.

Wie trinken eigentlich Bienen?

Die Biene saugt mit ihrer etwa 6 mm langen, schlanken, behaarten Zunge, die sich im Rüssel befindet, wie mit einem Strohhalm Nektar, Honig und Wasser auf. Um Wasser aufzunehmen, müssen sich Bienen hinsetzten, damit sie ihren Rüssel ins Wasser tauchen können.

Continue reading

Nun lass mal die Kirche im Dorf!

STADTWERKE ZEITUNG


Rätsel

Nun lass mal die Kirche im Dorf!

In Brandenburg gibt es 1.500 Dorfkirchen. Die Kirchenbauten sind Kulturdenkmäler, Wahrzeichen und Mittelpunkt vieler Orte. Aber nicht mehr alle werden gebraucht. Wir stellen alternative Kirchennutzungen vor.

Im Garten des Cafés „Himmel & Erde“ genießen Gäste Kaffee und Kuchen in außergewöhnlicher Atmosphäre: Das Café befindet sich im offenen Kirchenschiff der Radwegekirche im Oderbruch-Ort Kienitz.

Foto: Seenland Oder-Spree

Beantworten Sie unsere Frage und gewinnen Sie attraktive Geldpreise à 4 x 30 und 4 x 40 Euro.

Nur wenige Meter vom Oder-Neiße-Radweg entfernt, am Deichkilometer 39,1 befindet sich in Kienitz die Radwegekirche, die auch im Netzwerk Radwegekirchen der Evangelischen Kirche Deutschland verankert ist. Sie bietet nicht nur Zugang zur Kirche mit der Möglichkeit zum Gebet. Hier trifft man auf einen besonderen Ort zum Verweilen zwischen „Himmel & Erde“ – im gleichnamigen Café in der Radwegekirche. In der warmen Jahreszeit können die Gäste zwischen den historischen Mauern in der besonderen Atmosphäre des offenen Kirchenschiffes sitzen und selbstgebackenen Kuchen und kleine herzhafte Speisen genießen.

Café Himmel & Erde

Schulstraße 15, 15324 Letschin/OT Kienitz

www.kirchencafe-kienitz.de

  • Wie viele Radwegekirchen gibt es im Land Brandenburg? S _ _ _ Z _ _ N

    Schicken Sie die Antwort bis zum 06.07.2026 an:
    SPREE-PR
    Kennwort: Himmel

    Zehdenicker Str. 21
    10119 Berlin
    oder per Mail an:
    swz@spree-pr.com

    Viel Glück!

    Bitte geben Sie Ihre Adresse an, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Durch die Teilnahme am Gewinnspiel geben Sie, basierend auf der EU-Datenschutzgrundverordnung, Ihre Einwilligung für die Speicherung personenbezogener Daten. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

    Die Gewinner des Frühlingsrätsels:

    Knapp 300 Zuschriften mit dem richtigen Lösungswort „Jakobsweg“ haben uns erreicht. Gewonnen haben je 30 Euro: G. Krzisczyk aus Guben, W. Rödel aus Lübbenau, G. Carmesin aus Schwedt und M. Lehmann aus Templin. 

    Herzlichen Glückwunsch!

    Continue reading

    Rehkitzrettung in Brandenburg

    STADTWERKE ZEITUNG


    Suchen, bergen, zurückführen

    Rehkitzrettung in Brandenburg

    Von Annekatrin Mücke, SWZ-Autorin

    Wiesen sind wahre Naturwunder-Welten: Lebensraum, Futtertrog und Kinderstube zugleich. Insekten legen hier ihre Eier ab, Vögel brüten im Schutz der Gräser und auch Rehe nutzen Wiesen bevorzugt als sicheres Versteck für ihre Jungtiere.

    Die Wiese als Kinderstube

    Die Ricke – das Weibchen – legt ihr Kitz im dichten Gras ab und hält sich nur zum Säugen und Putzen bei ihm auf, damit Fressfeinde nicht auf den Nachwuchs aufmerksam werden. Das Kitz selbst bleibt regungslos an dem Platz liegen, drückt sich bei Gefahr tief in den Boden, statt zu flüchten. Die weißen Flecken auf dem Rücken machen es unsichtbar, denn sie brechen das Sonnenlicht. Außerdem hat das Jungtier noch keinen Eigengeruch und ist so geschützt vor Fuchs, Dachs und Wolf. Doch der fehlende Fluchtinstinkt wird ihm zum Verhängnis, wenn Anfang Mai die Mahd beginnt – und mit ihr die gefährlichste Zeit für Rehkitze.

    Ein aufgefundenes Rehkitz wird mithilfe von Handschuhen und Grasbüscheln aufgenommen, damit es nicht den Geruch der Retter annimmt und später von der Ricke wieder angenommen wird.

    Foto: Henrike Israel

    Ein gerettetes Rehkitz in der Box. Es wird später nahe des Fundortes wieder platziert.
    Foto: Marina Neumann

    Strukturelles Problem

    Brandenburg ist ein Flächenland. Viele landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften hunderte Hektar – eine Folge der DDR-Produktionsgenossenschaften. Große Flächen bedeuten jedoch auch große Maschinen: Die Fahrer sind weit vom Boden entfernt. Ein Rehkitz, das sich ins Gras drückt, ist von dort oben kaum oder gar nicht zu erkennen.

    Auf dieses Problem wurde Marina Neumann vor über 13 Jahren aufmerksam. Sie machte sich kundig, beobachtete das Verhalten der Rehe und fragte einen benachbarten Landwirt, ob sie seine Wiese vor der Mahd absuchen dürfe. „Am Anfang bin ich von den Landwirten nur belächelt und weggeschickt worden“, erinnert sich die zielstrebige Frau. „Es war ja auch wirklich lächerlich, 11 Hektar ablaufen zu wollen. Aber dann hat einer gesagt, ja mach mal.“ Denn die verwesenden Kadaver der Kitze können in dem Futter-Heu zu tödlichen Vergiftungen der Nutztiere führen. Marina Neumann suchte zunächst ein kleineres Grundstück ab und fand tatsächlich zwei Kitze. In der nächsten Saison durchstreifte sie gemeinsam mit ihrem Mann schon mehrere Wiesen und entdeckte sieben kleine Rehe. Doch schnell war klar, es muss Technik her.

    Schulung der ehrenamtlichen Helfer der „Rehkitzrettung Brandenburg e.V.“

    Foto: Silvia Passow

    Die Drohne der Rehkitzretter kommt in Absprache mit den Landwirten zum Einsatz.
    Foto: Silvia Passow

    Drohnen statt Menschenketten

    Die Neumanns verzichteten ein paar Jahre auf Urlaub und kauften stattdessen eine Drohne mit Wärmebildkamera und andere technische Hilfsmittel. „Wir haben um die 20.000 € investiert, das überstieg irgendwann unsere Möglichkeiten“, erzählt Marina Neumann. Deshalb gründeten sie 2021 gemeinsam mit fünf Gleichgesinnten den Verein „Rehkitzrettung Brandenburg“, der inzwischen auch staatliche Förderung erhält.

    Die Rehkitzretter sind im Frühjahr fast täglich auf Feldern und Wiesen unterwegs. In den frühen Morgenstunden, wenn der Temperaturunterschied zwischen dem Körper des Kitzes und der noch kühlen Umgebung am größten ist, fliegen die Drohnen-Piloten die Flächen systematisch ab. Wo die Wärmebildkameras fündig werden, sammelt ein „Wiesenteam“ dann die Kitze ein. Die Retter dürfen ihren Geruch dabei nicht auf die Tiere übertragen, denn dann nimmt die Ricke ihr Junges nicht mehr an. Das Kitz wird deshalb mithilfe von Handschuhen und Grasbüscheln in Kisten gesetzt, außerhalb der Mähfläche in Sicherheit gebracht und der jeweilige Fundort markiert. Denn in dessen Nähe sollte das Kitz wieder platziert werden, damit die Ricke es auch findet. Allerdings muss es erneut geschützt in hohem Gras versteckt werden. So gelingt es mittlerweile, rund 95 Prozent der Kitze aufzuspüren und zu retten. Darauf sind Marina Neumann und ihre Mitstreiter zu Recht sehr stolz.

    Rehkitzrettung Brandenburg e.V.

    Der Verein zählt rund 60 Mitglieder und etwa 400 Freiwillige. Die Einsätze mit Schwerpunkt im westlichen und nördlichen Brandenburg werden über eine WhatsApp-Gruppe koordiniert. Eine Ausweitung in den Süden und Osten des Landes ist erklärtes Ziel. Wer Rehkitze retten möchte, sollte das nicht auf eigene Faust machen, sondern sich Marina Neumann und ihrem Verein anschließen.

    www.rehkitzrettung-brandenburg.com

    Continue reading

    Fernwärme für Luckau?

    STADTWERKE ZEITUNG


    Machbarkeitsstudie: klimafreundliches Wärmenetz

    Fernwärme für Luckau?

    Wie heizen wir morgen? Diese Frage beschäftigt Städte und Gemeinden in ganz Deutschland – auch Luckau. Die Stadt- und Überlandwerke GmbH Luckau – Lübbenau (SÜLL) haben in einer Machbarkeitsstudie untersucht, inwiefern eine flächendeckende und klimafreundliche Fernwärmeversorgung für Luckau möglich und gleichzeitig bezahlbar wäre. Die Ergebnisse liegen nun vor und wurden der Stadt Luckau übergeben.

    Luckau aus der Vogelperspektive: Eine Machbarkeitsstudie der SÜLL hat eine nachhaltige Wärmeversorgung der Zukunft unter die Lupe genommen.

    Foto: Luftaufnahmen Lausitz

    „Eine zentrale Wärmeversorgung ist in Luckau nicht nur technisch möglich, sondern kann in weiten Teilen der Stadt auch wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden“, fasst Alexander Bauer, Projektleitung bei der SÜLL, zusammen.

    Warum eine Machbarkeitsstudie?

    Bislang wird in Luckau vor allem mit Erdgas geheizt. Doch die Anforderungen an eine klimafreundliche Wärmeversorgung wachsen. Mit dem Wärmeplanungsgesetz hat der Bund klare Ziele gesetzt: Bis 2045 soll in Wärmenetzen Schluss sein mit fossilen Energieträgern, künftig soll Wärme deutlich stärker aus erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme gewonnen werden. Vor diesem Hintergrund haben die SÜLL geprüft, inwiefern eine im ersten Schritt „mindestens 75% CO2-freie Wärmeerzeugung für Luckau“ möglich ist, welche Investitionen dafür notwendig wären und unter welchen Voraussetzungen sich ein solches Netz wirtschaftlich betreiben ließe. Die Grundlage dafür bildete das Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW). Der Förderbescheid für die Machbarkeitsstudie ging am 29. August 2024 ein. „Damit konnte die umfassende Untersuchung starten“, so Alexander Bauer.

    Was genau wurde untersucht?

    Die Studie gliedert sich in drei zentrale Bereiche: Bestandsaufnahme, Analyse möglicher regenerativer Energiequellen und Entwicklung eines Zukunftskonzepts für die Fernwärmeversorgung. Zunächst wurde der aktuelle Wärmebedarf im Stadtgebiet ermittelt. „So entstand ein genaues Bild darüber, wo in Luckau besonders viel Wärme benötigt wird“, so der Projektleiter. „Besonders im Fokus standen große Wärmeabnehmer. Insgesamt wurden 81 dieser potenziellen Großkunden identifiziert. Dazu zählen unter anderem größere Wohngebiete, öffentliche Gebäude, Schulen, Gewerbebetriebe und weitere Einrichtungen mit hohem Bedarf. Gerade sie sind entscheidend dafür, dass ein Wärmenetz wirtschaftlich betrieben werden kann.“

    Der Entwurf Fernwärmenetz Luckau zeigt die 1. Ausbaustufe: Ab 2029 könnten die Wohngebiete „An der Schanze“ und „Am Mühlberg“ ans Fernwärmenetz.
    Grafik: SÜLL

    Entwurf vom Endausbaustadium: Bis 2035 könnte Luckau über ein 7,2 Kilometer langes Fernwärmenetz verfügen.
    Grafik: SÜLL

    Der Ausbau

    Ein erster Ausbauabschnitt könnte ab 2029 beginnen. Im Fokus stehen zunächst größere Wohngebiete wie „An der Schanze“ und „Am Mühlberg“ sowie angrenzende öffentliche Einrichtungen, darunter eine Schule. „In einer kurzen Übergangsphase könnte die Versorgung zunächst noch teilweise mit Erdgas erfolgen“, erklärt Alexander Bauer, „bis die klimaneutralen Erzeugungsanlagen vollständig zur Verfügung stehen und das Fernwärmenetz errichtet ist. Schritt für Schritt würde das Netz dann bis 2035 weiter ausgebaut.“ So könnte in Luckau ein Wärmenetz mit einer Trassenlänge von rund 7,2 Kilometern entstehen und das Wärmenetz jährlich insgesamt rund 22 Gigawattstunden Wärme liefern.

    Förderung als Schlüssel

    Entscheidend für attraktive Wärmepreise sind Fördermittel. „Über das BEW-Programm können derzeit bis zu 40 Prozent der Planungs- und Investitionskosten gefördert werden“, so Bauer. Zusätzliche Fördermöglichkeiten über städtebauliche Programme mit bis zu 90%iger Förderung könnten die Kosten weiter senken. Je höher eine Förderung, desto günstiger gestalte sich der Wärmepreis.

    Der ermittelte jährliche Wärmebedarf im Untersuchungsgebiet der Machbarkeitsstudie.
    Grafik: SÜLL

    So geht’s weiter

    Die Machbarkeitsstudie wurde am 19. März an Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann übergeben. Nun beginnt die nächste Phase: Für weitere konkrete Planungen sind vorab die BEW-Fördermittel für die nächsten Planungsstufen zu beantragen und weitere Fördermöglichkeiten durch die Stadt Luckau zu prüfen. Erst nach Vorliegen der Förderbescheide können die weiterführenden Planungsleistungen beauftragt werden. Konkrete Gespräche mit den ersten großen Wärmekunden sollen geführt werden. Die Stadt Luckau unterstützt das Vorhaben. Für erste Teilgebiete gibt es bereits positive Signale und Förderzusagen.

    Fazit: Die Wärmewende in Luckau nimmt für einzelne Stadtgebiete Gestalt an. Mit einem modernen Fernwärmenetz könnte die Stadt einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und regionaler Unabhängigkeit von fossilen Energien und in geopolitischen Krisen schaffen. Eine gute Basis für die nachhaltige Wärmeversorgung kommender Generationen.

    Vorteile Fernwärme

    • klimafreundliche Wärme-versorgung
    • weniger Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten
    • Nutzung regional verfügbarer Energiequellen
    • langfristig stabile und kalkulierbare Wärmekosten
    • regionale Wertschöpfung

    Continue reading

    Hoch hinaus für die Energiewende

    STADTWERKE ZEITUNG


    Industriekletterer an Windkraftanlagen

    Hoch hinaus für die Energiewende

    Von Annekatrin Mücke, SWZ-Autorin

    Wer die sich drehenden Rotorblätter einer Windkraftanlage sieht, denkt wohl kaum an die Menschen, die buchstäblich an diesen Anlagen hängen – an Seilen, hunderte Meter über dem Boden, bei Wind und Wetter. Servicetechniker, die für Reparatur und Instandhaltung der Anlagen verantwortlich sind. Einer, der diesen stetig wachsenden Markt mitbegründet hat, ist Robert Jatkowski.

    Aus der Froschperspektive: Ein Rotorblatt wird auf Abrieb kontrolliert. Der „Knick“ in der Rotorblattspitze ist ein sogenanntes Winglet und dient zum kontrollierten Strömungsabriss.

    Foto: hi.work

    Im Sommer 1995 hatte er gemeinsam mit seinem späteren Geschäftspartner Frank Seltenheim den Reichstag nach den Vorgaben des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude verhüllt. Noch im selben Jahr gründeten die beiden Sportkletterer die Firma „Seilpartner“. Jatkowski konzentrierte sich von Anfang an auf die damalige Nischensparte Windenergie: „Da kann ich mit Fug und Recht sagen, dass wir weltweit die erste Firma waren, die mit Seiltechnik an diesen Windkraftanlagen gearbeitet haben“, erinnert er sich lächelnd.

    Inspektion und Reparatur

    Eine zukunftsorientierte Ausrichtung, die sich heute bezahlt macht. Seit dem 1. Juni 2023 führt er sein eigenes Unternehmen hi.work. Die Firma ist spezialisiert auf die gesetzlich alle 2 bis 4 Jahre vorgeschriebene Inspektion und die Reparatur der riesigen Rotorblätter. Besonders an den Vorderkanten kommt es bei Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h zu Erosionen, die regelmäßig ausgebessert werden müssen. Dafür steigen 2 bis 3 Techniker im Inneren des Turms an einer Art Sprossenleiter mit Fallschutzsystem bis ganz nach oben in das Maschinenhaus, an dem die Rotorblätter befestigt sind. Erst ab einer Höhe der Anlagen von mehr als 100 Metern gibt es den Luxus von Fahrstühlen. „Windkraftanlagen sind für die Arbeit per Seilzugang gut geeignet, weil es genügend Anschlagpunkte zum Befestigen gibt und man sich letztlich fast immer grade nach unten abseilen kann“, erklärt Robert Jatkowski.

    Erleichternd kommt hinzu, dass die Arbeitsmaterialien von außen per Kran oder Winde nach oben befördert werden. Bei aufwändigeren Reparaturen setzt hi.work sogar mobile Arbeitsbühnen ein, auf denen sich die Techniker bewegen und auch bei niedrigeren Temperaturen und starkem Wind arbeiten können. Je nach Anforderung sind diese Bühnen offen oder geschlossen. Doch egal, wie gearbeitet wird – ohne Gurtsicherung und Seiltechnik geht hier gar nichts.

    Bei Windrädern ab 100 Metern Höhe kommen mobile Arbeitsbühnen zum Einsatz. Alle Arbeitsgeräte, wie der Schleifer, sind an Seilen gesichert.

    Foto: hi.work

    Zusatzqualifikation Industriekletterer

    Deshalb müssen die Techniker eine Ausbildung für die sogenannte „seilunterstützte Zugangstechnik“ haben. Industriekletterer ist entgegen häufiger Annahme kein eigenständiger Beruf, sondern eine Zusatzqualifikation für Fachkräfte wie Monteure, Höhenretter, Baumkletterer oder eben Techniker wie die von hi.work.

    Spezialisiert auf diese besondere Art der Ausbildung hat sich die Berliner Alpintec GmbH, die gemeinsam mit hi.work und der Industriekletter-Firma GTR Industrie einen kleinen, aber effektiven Unternehmensverbund bildet. Das übergreifende Motto: Das Klettern selbst ist nicht die Arbeit, sondern lediglich der Weg dorthin. Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Fitness, ausgeprägtes Sicherheitsdenken und Verantwortungsbewusstsein sollte jeder mitbringen, der sich dieser Herausforderung stellen möchte.

    Viele Innovationen

    Der wohl innovativste Ansatz des Unternehmens: hi.work stellt mittlerweile selbst Ersatzteile für die Rotorblatt-Reparaturen her. Und hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden und dem Fraunhofer-Institut für Leichtbau und Galvanik auch ein patentiertes Vakuum-Heizsystem dafür entwickelt. „Damit sind wir in dem Bereich Rotorblatt-Service auch wieder einzigartig, sodass wir die komplette Wertschöpfungskette von der Produktion der Ersatzteile bis zu deren Einbau anbieten können“, umschreibt Robert Jatkowski seine Unternehmensstrategie. Damit eröffnet er auch langjährigen Mitarbeitern, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Seil arbeiten können, neue Perspektiven in einer Branche, in der Arbeitskarrieren sonst wesentlich früher enden. Und bietet vielen Menschen eine interessante Tätigkeit, die lieber in luftigen Höhen arbeiten als in den Niederungen eines wohltemperierten Büros.

    hi.work in Hoppegarten

    Das auf Inspektion und Reparatur von Rotorblättern an Windkraftanlagen spezialisierte Unternehmen hi.work ist in Hoppegarten angesiedelt. Es beschäftigt 25 Festangestellte und 40 bis 60 freie Mitarbeiter.

    https://hiwork.de/

    Continue reading

    Was bedeutet der Nahost-Konflikt in der Golfregion für die Gasversorgung in Deutschland?

    STADTWERKE ZEITUNG


    Energie im Blick

    Was bedeutet der Nahost-Konflikt in der Golfregion für die Gasversorgung in Deutschland?

    Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) sind direkte Auswirkungen der Gasversorgung in Deutschland nicht zu erwarten. Norwegen ist der größte und wichtigste Lieferant. LNG-Importe aus einer Reihe weiterer Länder sowie Gasspeicher und heimische Förderung tragen ebenfalls zur Versorgungssicherheit bei. Deutschland bezieht zurzeit kein Flüssigerdgas (LNG) direkt aus Katar.

    So haben sich die Gaspreise für Haushalte entwickelt.

    Grafik: BDEW

    Aber: Durch die Sperrung der Straße von Hormus ist das Angebot von Gas und Öl auf den Weltmärkten reduziert worden. An den Großhandelsmärkten kam es in den vergangenen Wochen zu starken Preisschwankungen, mit einem deutlichen Preisanstieg zu Beginn des Konflikts. Verbraucher haben das ganz deutlich an den Tankstellen zu spüren bekommen. Aber wie sieht das bei den Endpreisen für Gas aus?

    „Die meisten Energieversorger verfolgen eine langfristige Beschaffungsstrategie, um kurzfristige Preisschwankungen abzufedern“, so die Einschätzung vom BDEW. „Das bedeutet: Steigende Börsenpreise werden nicht sofort und nicht in vollem Umfang an die Endkunden weitergegeben.“ Konkrete Auswirkungen hingen immer von den individuellen Beschaffungs- und Absicherungsstrategien der Energieversorger und natürlich auch vom jeweiligen Liefervertrag ab. Im Allgemeinen seien die (privaten) Endkundenpreise für Strom und Gas bei den meisten Lieferanten auf längere Zeit im Voraus fixiert und an den Terminmärkten abgesichert.

    Continue reading

    „Der Kommunale Wärmeplan kann den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr teuren Entscheidung machen.“

    STADTWERKE ZEITUNG


    Interview

    „Der Kommunale Wärmeplan kann den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr teuren Entscheidung machen.“

    Von Jule Fuchs, SWZ-Autorin

    Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral heizen. Das heißt, weg von fossilen Energiequellen wie Gas und Öl und hin zu erneuerbaren Energien. Wie kann der Kraftakt Wärmewende gelingen? Darüber sollen Kommunale Wärmeplanungen regional Aufschluss geben und Haushalte vor Preisschocks schützen. Was dahintersteckt, erklärt Kommunikationsexperte Alexander Balow.

    Am 30. Juni müssen die Kommunalen Wärmeplanungen für Städte mit über 100.000 Einwohnern stehen. Im Land Brandenburg betrifft das erst mal nur die Landeshauptstadt Potsdam. Städte und Kommunen mit 10.000 bis 100.000 Einwohnern haben zwei Jahre länger Zeit, gemeinschaftliche Wege zur CO₂-freien Wärmeversorgung aufzuzeigen. Einige sind auch schon fertig damit. Viele Eigentümer befürchten, dass die Kommunale Wärmeplanung sie eine neue Heizung kostet. Alexander Balow hat in Dutzenden Gemeindeversammlungen erlebt, wie aus dieser Sorge Klarheit wurde. Der Experte begleitet Kommunen und Energieversorger dabei, sich für die Zukunft aufzustellen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, was die Kommunale Wärmeplanung für Bürgerinnen und Bürger bedeutet.

    Herr Balow, Sie sind viel in den Gemeinden unterwegs. Was hören Sie dort?

    Viel Sorge. Ich höre den gleichen Satz in fast jeder Gemeinde: „Müssen wir jetzt unsere Heizung rauswerfen?“ Meine Antwort ist immer dieselbe: Nein. Niemand wird gezwungen. Solange die Heizung funktioniert, bleibt sie drin – heute wie nach dem Wärmeplan. Diese Sorge muss ich oft zuerst auflösen, bevor ich überhaupt erklären kann, worum es wirklich geht.

    Alexander Balow leitet Kommunikationsprojekte bei der Agentur 2020 GmbH in Schwerin. Er begleitet Kommunen bei der Einführung der
    Kommunalen Wärmeplanung.

    Foto: David Garbe

    Worum geht es denn?

    Um dich. Um dein Geld. Um deine Ruhe, wenn du an die nächsten Jahre denkst. Eine neue Heizung kostet zwischen 15.000 und 25.000 Euro und hält rund zwanzig Jahre. Das ist eine große Entscheidung. Wer sie trifft, ohne zu wissen, was in der eigenen Straße passiert, kann teuer danebengreifen. Genau dafür gibt es den Wärmeplan. Er zeigt schwarz auf weiß: Kommt bei dir Fernwärme – oder ist eine eigene Lösung im Haus sinnvoller? Diese eine Information kann den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr teuren Entscheidung machen. Deshalb ist der Plan für jede und jeden wichtig, nicht nur für Leute, die gerade bauen.

    Können Sie den Plan in einem Satz erklären?

    Man stelle sich eine Landkarte der Gemeinde vor, in vier Farben eingeteilt. Eine Farbe für Straßen, in die Fernwärme kommt oder schon fließt. Eine für Straßen, wo eine eigene Lösung im Haus besser passt, zum Beispiel eine Wärmepumpe. Eine für die wenigen Gebiete, in denen Wasserstoff später eine Rolle spielen könnte. Und eine für Gebiete, die noch geprüft werden. Mehr nicht. Es ist ein Angebot, keine Pflicht.

    Die Landkarte klingt logisch. Trotzdem winken viele ab: „Mich betrifft das nicht, meine Heizung läuft ja.“ Was sagen Sie denen?

    Ich verstehe das. Wer macht sich freiwillig Gedanken über etwas, das erst in zehn Jahren ansteht? Meine Erfahrung aus den Versammlungen ist: Genau da passieren die teuren Fehler. Heizungen gehen irgendwann kaputt, oft plötzlich, meist im Winter. Dann muss es schnell gehen, und in der Eile wird das Erstbeste eingebaut. Wer dann zum ersten Mal hört, dass nächstes Jahr Fernwärme in die Straße gelegt wird, ärgert sich schwarz. Wer den Plan einmal angeschaut hat, kann in Ruhe entscheiden. Fünfzehn Minuten jetzt – für eine Entscheidung, die zwanzig Jahre hält.

    Und wer gerade überlegt, seine Heizung zu erneuern?

    Dann gilt ein einfacher Reflex: Vor dem Einbau einmal beim Stadtwerk anrufen und nachfragen, was in der eigenen Straße geplant ist. Frag nach, was für deine Straße geplant ist. Die Auskunft kostet nichts. Was sie erspart, kann erheblich sein. Ein Heizungsbauer hat es mir neulich so gesagt: „Wenn meine Kunden vorher anrufen, wird es selten teuer. Wenn sie erst danach fragen, manchmal richtig ärgerlich.“ Wenn der Plan der Gemeinde noch nicht ganz fertig ist, geben gute Versorger schon jetzt Auskunft. Das ist keine Fachfrage, das ist ein Anruf.

    Was macht Ihnen in Ihrer Arbeit Mut?

    Die Momente, in denen Sorge in Verständnis kippt. Ich war vor ein paar Wochen in einer Gemeindeversammlung. Eine ältere Dame kam nach vorn und fragte leise, ob sie denn überhaupt noch dürfe, was sie immer gemacht habe. Wir haben vielleicht fünf Minuten geredet. Am Ende lächelte sie und sagte: „Na, dann kann ich ja ruhig schlafen.“ Genau dafür machen wir das. Nicht für Pläne in Aktenordnern, sondern für diese fünf Minuten, in denen jemand entspannter nach Hause geht.

    Wie können sich Bürgerinnen und Bürger am besten orientieren?

    Grundsätzlich: Das Stadtwerk ist die erste Adresse: Website, Beratungstelefon, der nächste Infoabend. Auch das Amtsblatt der Gemeinde informiert regelmäßig. Wenn etwas unklar ist, nachfragen. Stadtwerke und Gemeinden erklären so lange, bis es sitzt. Man muss kein Experte werden, nur wissen, wo sein Haus auf der Karte liegt. Alles andere ergibt sich.

    Was ist die Kommunale Wärmeplanung?

    Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) ist ein gesetzlich vorgeschriebener Fahrplan: Städte und Gemeinden analysieren ihren aktuellen Wärmebedarf und legen fest, wie die Versorgung künftig klimafreundlich und bezahlbar gestaltet wird.

    Continue reading

    Einen Kompass selber bauen

    STADTWERKE ZEITUNG


    Kinderecke

    Einen Kompass selber bauen

    Norden, Osten, Süden, Westen: Wo liegt welche Himmelsrichtung? Ein Kompass hilft bei der Orientierung. Denn die Kompassnadel zeigt immer nach Norden. So baut man sich einen einfachen Nadel-Kompass.

    Die magnetische Nadel richtet sich nach Norden aus.

    Foto: SPREE-PR/ Petsch

    Das brauchst du:

    • Magnet
    • Nadel
    • Plastikflaschendeckel
    • Papierscheibe, Korkscheibe
    • Klebeband/Tesa
    • Schälchen mit Wasser

    Materialien für den Kompass.
    Foto: SPREE-PR/ Petsch

    So geht’s:

    1. Den Kompass zusammensetzen: Auf der Papierscheibe die Himmelsrichtungen im Uhrzeigersinn mit N für Norden, O für Osten, S für Süden und W für Westen markieren. Die Nadel mittig mit Tesa so festkleben, dass die Spitze nach Norden zeigt.
    2. Jetzt kommt der Magnet zum Einsatz: Streicht die Nadel von der Mitte bis zur Spitze 20-mal über den Magneten – so wird die Nadel magnetisch.
    3. Gebt Wasser in das Schälchen, die Papierscheibe samt Nadel mit Tesa auf der Deckelöffnung befestigen und den Deckel auf dem Wasser platzieren.

    Was passiert? Die Nadelspitze dreht sich automatisch nach Norden, egal wie die Scheibe platziert wird. Dank der Markierung, weiß man auch wo Osten, Süden und Westen liegt.

    Wer hat den Kompass erfunden?

    Grafik: all-fre-download.com

    Die Ursprünge liegen im antiken China 200 v. Chr. bis 27 n. Chr. Magnetsteine am Faden („Südweiser“) wurden zur Wahrsagung genutzt, ehe sie zur Orientierung dienten. Im 12. Jahrhundert gelangte der Kompass vermutlich durch arabische Händler nach Europa. Doch erst im 13. Jahrhundert hat der Kompass die Form eingenommen, die wir auch heute kennen, mit Windrose und Magnetnadel.

    Continue reading

    Nun lass mal die Kirche im Dorf!

    STADTWERKE ZEITUNG


    Rätsel

    Nun lass mal die Kirche im Dorf!

    In Brandenburg gibt es 1.500 Dorfkirchen. Die Kirchenbauten sind Kulturdenkmäler, Wahrzeichen und Mittelpunkt vieler Orte. Aber nicht mehr alle werden gebraucht. Wir stellen alternative Kirchennutzungen vor.

    Die Dorfkirche Barsikow (Ostprignitz-Ruppin) aus dem 15. Jahrhundert: Im Kirchturm befindet sich eine Pilgerherberge, in der man himmlisch schlafen kann.

    Foto: Hans G. Oberlack, CC BY-SA 3.0, vis Wikimedia Commons

    Beantworten Sie unsere Frage und gewinnen Sie attraktive Geldpreise:

    4 x 30 Euro.

    Er ist 118 km lang: Der Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack. Wilsnack war im Mittelalter ein wichtiger Wallfahrtsort. Aus ganz Europa strömten von 1383 bis 1552 die Pilger zu den Bluthostien, die in der Wilsnacker Wunderblutkirche aufbewahrt wurden. 2006 wurde der Pilgerweg in Anlehnung an historische Wege wiederbelebt.

    Etwa in der Mitte vom sogenannten „Wunderblutweg“ liegt Barsikow.

    Das ländliche Dorf mit seinen rund 184 Einwohnern ist unter Pilgern bekannt. Denn hier kann man quasi himmlisch übernachten. Im Kirchturm der Dorfkirche ist eine Pilgerherberge untergebracht. Die bietet 10 Pilgerbetten auf zwei Etagen, eine kleine Teeküche mit Kühlschrank und zwei separate Sanitärräume mit Duschen. Natürlich gibt’s hier in der Turmherberge auch den Pilgerstempel für den Pilgerpass.

    • Schicken Sie die Antwort bis zum 14. April 2026 an:
      SPREE-PR
      Kennwort: Pilgern

      Zehdenicker Str. 21
      10119 Berlin
      oder per Mail an:
      swz@spree-pr.com

      Viel Glück!

      Bitte geben Sie Ihre Adresse an, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Durch die Teilnahme am Gewinnspiel geben Sie, basierend auf der EU-Datenschutzgrundverordnung, Ihre Einwilligung für die Speicherung personenbezogener Daten. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

      Die Gewinner großen Adventsrätsels: 

      Genau 455 Zuschriften mit dem richtigen Lösungswort „Nussknacker“ haben uns erreicht. Gewonnen haben je 100 Euro: D. Raabe aus Guben, M. Walther aus Zehdenick, H. Lüdecke aus Forst/Lausitz, I. Dietrich aus Schwedt/Oder, U. Nehlen aus Premnitz, H.-D. Stöcker aus Lübbenau, R. Malich aus Perleberg und S. Sonntag aus Prenzlau. 

      Herzlichen Glückwunsch!

      Continue reading

      Schau her – und schütze mich

      STADTWERKE ZEITUNG


      Jahreswesen 2026

      Schau her – und schütze mich

      Jedes Jahr werden von Naturschutzorganisationen, Gesellschaften und Verbänden in unterschiedlichen Kategorien Arten von Tieren und Pflanzen sowie Lebensräume als Aushängeschilder für mehr Naturschutz gekürt. Neben dem prominenten Wildtier und Vogel des Jahres gibt es zahlreiche weitere Kategorien wie Bäume, Fische, Giftpflanzen, Einzeller, Pilze, Amphibien oder Zootiere. Hier eine kleine Auswahl der Vertreter der Jahreswesen 2026.

      • Graziler Farbtupfer sucht Lebensraum

        Blume des Jahres: Der Feldrittersporn

        Foto: Herrmann Timmann

        Er ist eine wahre Zierde, hat einen charakteristischen Sporn und leuchtende blau-violette Blüten: Der Feldrittersporn (lat.: Consolida regalis) war einst Ackerwildkraut, erstrahlte früher oft zwischen Getreidehalmen und bot Wildbienen und Schmetterlingen von Mai bis in den September hinein Nahrung. Doch durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln ist die Pflanze bundesweit selten geworden. Auf wilden, schonend genutzten Wiesen soll sich nun der Feldrittersporn wieder ansiedeln. Die einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse bevorzugt sonnige und kalkhaltige Böden und wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Der Feldrittersporn steht 2026 stell-vertretend für eine Vielzahl von Ackerwildkräutern, die durch die Landwirtschaft stark zurückgedrängt worden sind.

      • Kleiner Feldbewohner mit markanter Stimme

        Vogel des Jahres: Das Rebhuhn

        Foto: NABU/Jan Piecha

        Mit seinem grau-braunen Tarngefieder führt das Rebhuhn (lat.: Perdix perdix) ein bodenständiges Leben, liebt Sand- und Staubbäder. Doch auch sein Zuhause ist durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer mehr in Gefahr. Seit 1980 ist der Bestand an Rebhühnern in Deutschland um 87 Prozent zurückgegangen. Was das Rebhuhn nun braucht? Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft, vor allem aber mehr Offenland, also ungenutzte, große Flächen wie wilde Wiesen und Weiden. Das Rebhuhn gehört zur Familie der Hühnervögel und wird den Fasanenartigen zugeordnet. Seine Ernährung ist überwiegend vegetarisch – mit Vorliebe für Grasspitzen, Wildkräutersamen und Getreide. Doch die Küken brauchen mehr: In den ersten Lebenswochen stehen Insekten, Spinnen und andere Kleintiere ganz oben auf dem Speiseplan. Die Weibchen legen bis zu 20 Eier in gut versteckte Bodennester, während die Hähne in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ihre raue Stimme erklingen lassen.

      • Imposanter König des Waldes

        Wildtier des Jahres: Der Rothirsch

        Foto: Picaboy, dianaparkhouse

        Der Rothirsch (lat.: Cervus elaphus) ist das größte heimische Wildtier. Männliche Tiere beeindrucken durch ihr imposantes Geweih. Rothirsche ernähren sich von Gräsern, Blättern und Rinde und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Obwohl er als „König des Waldes“ bekannt ist, leidet er stark unter Lebensraumverlust und der Zerschneidung seiner Wanderwege durch Straßen, Siedlungen und intensive Landnutzung. Diese Zerschneidung verhindert freie Bewegung und gefährdet den genetischen Austausch, es droht langfristig genetische Verarmung. Der Rothirsch braucht wieder mehr zusammenhängende Lebensräume, Wildtierkorridore und ein naturnahes Wildtiermanagement.

      • Faszinierendes Schwergewicht und Räuber

        Fisch des Jahres: Der Europäische Wels

        Foto: DAFV/Marcel Panne

        Im Sommer 2025 war der Wels (lat.: Silurus glanis) in den Schlagzeilen: In einem bayrischen See hatte der Raubfisch während seiner Brutzeit mehrfach Badegäste angegriffen. In den Medien wurde er daraufhin als gefährlicher Räuber dargestellt. Zugegeben, er schaut schon sehr grimmig und furchteinflößend aus, grundsätzlich ist der Waller, wie man ihn in Bayern nennt, aber ein ruhiger, nachtaktiver Zeitgenosse. Der mächtige Süßwasserfisch kann bis zu drei Meter lang und bis zu 150 Kilogramm schwer werden. Er hat im Ökosystem von Flüssen und Seen eine wichtige Aufgabe, da er die Fischbestände reguliert und durch das Fressen von Aas und kranken Fischen zur Gewässergesundheit beiträgt. Er gilt als ungefährdet und als „Gewinner“ des Klimawandels. Die wärmeliebende Fischart profitiert vom Temperaturanstieg der Gewässer und vermehrt sich stärker. Der Wels steht stellvertretend für die Bedeutung artenreicher und intakter Gewässerökosysteme.

      • Grüner Tänzer im Wind

        Baum des Jahres: Die Zitterpappel

        Foto: R. Fenner

        In lichten Wäldern, auf Kahlschlägen oder in offenen Landschaften findet man die Zitterpappel (lat.: Populus tremula), die zu den auffälligsten heimischen Laubbäumen gehört und bis zu 25 Meter hoch werden kann. Schon ein leichter Wind lässt ihre Blätter tanzen. In der Forstwirtschaft spielt die Zitterpappel, auch Espe genannt, eine wichtige Rolle, weil sie karge oder geschädigte Flächen schnell begrünt und den Boden verbessert. Singvögel finden hier ihre Nahrung, Spechte zimmern Höhlen in das weiche Holz. Markant ist die leuchtend gelbe Herbstfärbung der Zitterpappel. Mit der Wahl zum Baum des Jahres 2026 steht eine Baumart im Mittelpunkt, die uns daran erinnert, dass Bäume mehr sind als bloße Landschaftselemente – sie sind ein wichtiger Teil der Natur, den es zu bewahren gilt. Weitere Infos: Baum-des-Jahres.de

      Natur des Jahres – Wer entscheidet das?

      Jedes Jahr wählen verschiedene Naturschutzorganisationen und Umweltverbände die Vertreter der Tier- und Pflanzenkategorien aus. Dazu zählen zum Beispiel: NABU, Deutsche Wildtier Stiftung, Deutscher Angelfischerverband e. V., Arbeitskreis Wildbienen-Kataster, Loki Schmidt Stiftung, Deutsche Gesellschaft für Mykologie, Stiftung Baum des Jahres.

      Weitere Arten und Lebensräume 2026

      Heilpflanze Gemeine Nachtkerze
      Giftpflanze Gartenbohne
      Moos Mecklenburgisches Schnabeldeckelmoos
      Pilz Igelstachelbart
      Wildbiene Glockenblumenschmalbiene
      Schmetterling Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
      Lurch Alpensalamander
      Insekt Warzenbeißer
      Die komplette Liste der „Jahreswesen“ 2026 finden Sie unter: www.nabu.de/naturdesjahres

      Continue reading